Einspeisemanagement

Die Einspeisung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaikanlagen und Windkraft stellt die Netzbetreiber vor die Aufgabe, das Netz entsprechend zu regeln. Bisher ist das Energienetz nicht ausreichend auf die dezentrale Stromproduktion vorbereitet. Laut EEG sind die Netzbetreiber zwar einerseits verpflichtet, Solarstrom abzunehmen und zu vergüten, andererseits wird ihnen über das Einspeisemanagement die Möglichkeit gegeben, Netzüberlastungen zu vermeiden.

Umsetzung

Über das Einspeisemanagement erhalten die Netzbetreiber die Möglichkeit, per Fernzugriff die Einspeisung von Strom aus Photovoltaikanlagen zu drosseln oder ganz abzuschalten. Alle Betreiber einer Photovoltaikanlage müssen das Einspeisemanagement ermöglichen und deshalb einen entsprechenden Empfänger installieren. Die Kosten für die Umrüstung muss der Netzbetreiber übernehmen. Allerdings ist bisher – Stand Anfang 2012 – ein Einspeisemanagement wegen fehlender Technologie gar nicht bei allen Netzbetreibern möglich.

Betroffene Anlagen

Bis Ende 2011 waren nur Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von über 100 kW vom Einspeisemanagement betroffen. Mit der Novelle des EEG müssen auch Anlagen zwischen 30 kW und 100 kW über die entsprechende Technologie verfügen. Für kleinere Photovoltaikanlagen gilt, dass sie ebenso die entsprechende Technik für das Einspeisemanagement installieren müssen. Sie können alternativ auch die Wirkleistung am Netzverknüpfungspunkt grundsätzlich auf 70 % reduzieren. Photovoltaikanlagen mit einer Nennleistung zwischen 30 kW und 100 kW, die in den Jahren 2009, 2010 oder 2011 in Betrieb genommen wurden, müssen bis 2014 nachgerüstet werden. Für alle Photovoltaikanlagen, die kleiner als 100 kW sind, gilt, dass sie vom Netzbetreiber nachranging (nach konventionellen Kraftwerken und nach großen Photovoltaikanlagen) abgeregelt werden.

Regelung zur entgangenen Einspeisevergütung

Wird im Rahmen des Einspeisemanagements über eine Fernsteuerung die Einspeisung von Solarstrom durch den Netzbetreiber unterbrochen, so muss der Netzbetreiber dem Anlagenbetreiber eine Entschädigung zahlen. Diese beträgt 95 % der entgangenen Einspeisevergütung. Es sind keine 100 %, da laut § 12 EEG „… die entgangenen Vergütungen und Wärmeerlöse abzüglich der ersparten Aufwendungen zu leisten“ sind. Gleichzeitig ist der gesamte Verlust durch das Einspeisemanagement auf 1 % der Leistung eines Jahres beschränkt.