Qualität von Photovoltaikanlagen verbessern: Zertifizierung von Fachbetrieben

Die Mannheimer Versicherung AG und der TÜV Rheinland haben ein Zertifizierungsprogramm für Installationsbetriebe von Photovoltaikanlagen ins Leben gerufen. Die teilnehmenden Betriebe müssen sich regelmäßigen Audits stellen, in denen die Qualität ihrer Arbeit begutachtet wird. Die Kriterien dieses „LUMIT“-Qualitätskonzepts hat der TÜV Rheinland entwickelt, wobei ihm umfangreiche Schadensstatistiken der Mannheimer Versicherung AG halfen, typische Schwachstellen zu identifizieren.

Kriterien für die Zertifizierung

Begutachtet werden die Qualität der Kundenberatung, die eingesetzten Materialien sowie die Ausführung der Installationsarbeiten und der Dokumentation. Zu diesem Zweck werden auch stichprobenartig Installationen nachträglich überprüft. Dabei wird auch geprüft, ob alle eingesetzten Materialien dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und über alle erforderlichen Zulassungen verfügen. Darüber hinaus müssen die Betriebe nachweisen, dass ihr Fachpersonal in geeigneten Schulungen stets über technische Innovationen informiert wird. Daneben wird Wert auf eine fachliche Einweisung der Anlagenbesitzer gelegt, insbesondere auf eine Unterweisung in sicherheitsrelevanten Themen.

Beitragsbonus für zertifizierte Betriebe

Die Mannheimer Versicherung AG gewährt den an diesem Programm teilnehmenden Betrieben einen deutlichen Nachlass auf die Versicherungsprämien. Daneben soll das Prüfsiegel dazu dienen, sich von der Konkurrenz sichtbar abzuheben. Ob das angesichts der Zertifikate- und Siegelflut mit der neuen Auszeichnung „Zertifizierter Fachbetrieb für die Installation von Photovoltaik-Anlagen“ gelingt, bleibt abzuwarten. Nahezu jedes Unternehmen schmückt sich heute mit irgendwelchen Qualitätssiegeln, nicht wenige davon sind in Verruf geraten. Auch das einst herausragende Renommee der Marke „TÜV“ hat unter einer großzügigen Vergabepraxis von Auszeichnungen gelitten, seit der TÜV privatisiert wurde und die Prüfer somit letztlich von den geprüften Unternehmen bezahlt werden.

Brand- und Sturmschäden überwiegen

Die Mannheimer Versicherung AG kann auf Erfahrungswerte von mehr als 100.000 versicherten Anlagen verweisen. Am häufigsten treten Brand- und Sturmschäden auf, die jeweils 21 Prozent des gesamten Schadensaufkommens ausmachen. Daraus wir das Interesse der Versicherung an einem Programm zur Qualitätssicherung deutlich. Mängel bei der Installation sind bei diesen Schadensereignissen zumindest denkbare Ursachen, wenngleich sie selbstverständlich nicht in jedem Einzelfall vorliegen müssen. Als mögliche Ursache für derartige Mängel bei der Installation hat die Versicherung den oft hohen Zeitdruck ausgemacht. Viele der in den letzten Jahren installierten 1,4 Millionen Anlagen sollten noch schnell vor dem nächsten Kürzungsschritt der Einspeisevergütung in Betrieb genommen werden. Auch die ebenfalls häufigen Schadensursachen Überspannung und Schneedruck können nach Auffassung des Versicherers durch eine sorgfältigere Planung und Ausführung der Installation in vielen Fällen ausgeschlossen werden.