Photovoltaik Netzintegration: TÜV Süd eine der ersten Prüfstellen

Der TÜV Süd ist von der Deutschen Akkreditierungsstelle als Prüforganisation für Wechselrichter anerkannt worden. Das erlaubt es dem TÜV Süd künftig, die Konformität der Geräte mit den aktuellen Richtlinien zu bescheinigen und Wechselrichter entsprechend zu zertifizieren. Im April 2013 wurde auch der TÜV Rheinland bereits als Prüfstelle für Wechselrichter anerkannt.

Neue Richtlinien

Die Anforderungen an Wechselrichter sind in den letzten Jahren ständig der wachsenden Bedeutung der Photovoltaik angepasst worden. Die heute gültigen Spezifikationen sind in der Richtlinie VDE 4105 festgeschrieben, die vor weniger als einem Jahr in Kraft getreten ist. Die wesentlichen Neuerungen in dieser Richtlinie betreffen die Netzintegration, also die Steuerung des Einspeiseverhaltens der Wechselrichter. Erforderlich wurde die Neufassung der Richtlinie wegen des 50,2-Hertz-Problems. Übersteigt die Frequenz des Stromnetzes die Grenze von 50,2 Hertz, muss die Einspeisung von Strom ins Netz reduziert werden. Früher reichte es für Photovoltaikanlagen aus, wenn sie in diesem Fall einfach vom Netz getrennt werden konnten. Mittlerweile ist der Anteil des Solarstroms im Netz so hoch, dass ein gleichzeitiges Abschalten aller Solaranlagen nicht mehr in Betracht kommt. In der Richtlinie VDE 4105 ist detailliert festgelegt, welche Möglichkeiten einer flexibleren Reaktion Wechselrichter bieten müssen.

Die Zertifizierung schafft Sicherheit

Technische Geräte müssen aufgrund gesetzlicher Vorschriften eine Vielzahl von Normen einhalten. Jeder Fernseher, jede Mikrowelle und zahlreiche andere Geräte müssen beispielsweise dahingehend geprüft werden, ob ihre elektromagnetischen Emissionen den Funkverkehr stören. Der Kunde braucht sich darum jedoch nicht zu kümmern. Irgendwo in der Bedienungsanleitung der Geräte findet sich eine entsprechende Konformitätserklärung des Herstellers, der auch zu entnehmen ist, welche Prüfstelle die Konformität attestiert hat. Käufer von Wechselrichtern waren bislang in einer weniger komfortablen Situation. Sie mussten sich auf die Zusicherung des Herstellers verlassen, dass die Geräte alle vorgeschriebenen Anforderungen erfüllen. Die Endkontrolle oblag dem zuständigen Netzbetreiber, der die Einhaltung der Vorschriften überwachte. Das klingt allerdings deutlich schlimmer, als es in der Praxis war. Wenn es überhaupt einmal Probleme beim Netzanschluss gab, dann meist deswegen, weil einige Netzbetreiber aus unterschiedlichen Gründen überzogene Anforderungen stellten. Dennoch ist es sicherlich ein Fortschritt, wenn die Netzkonformität durch ein entsprechendes Siegel auf dem Produkt verbindlich garantiert wird. Auch für die Hersteller bedeutet die einheitliche Zertifizierung eine deutliche Vereinfachung. Dies umso mehr, da die Standards international nicht einheitlich sind und der TÜV auch eine Zertifizierung für wichtige Auslandsmärkte anbietet.

Foto: TÜV SÜD

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