Dezentrale Energieerzeuger planen eine wirksame Interessensvertretung

Am 19. November treffen sich in Berlin Vertreter der zahlreichen Energiegenossenschaften und sonstigen Bürgerprojekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, um sich mit dem Ziel einer wirksameren Interessenvertretung zusammenzuschließen. Initiiert wurde diese Treffen von Hans-Josef Fell, Mitglied der Bundestagsfraktion der Grünen, sowie weiteren Parlamentariern.

Ein neuer Lobbyverband

Ziel des Zusammenschlusses der Energiegenossenschaften soll keine engere Kooperation sein, sondern lediglich eine gemeinsame Interessenvertretung nach außen. Das politische Hauptziel ist klar formuliert, die Energiewende soll unumkehrbar gemacht werden. Die dafür angeführten Gründe, die Fell im Einladungsschreiben zu dieser Veranstaltung nochmals zusammenfasst, sind nicht neu. Verwiesen wird zunächst darauf, dass bei der aktuellen Diskussion über die finanziellen Belastungen durch die Energiewende die langfristigen Kostenvorteile meist aus dem Blick geraten. Die Energieversorgung wird von teuren fossilen Brennstoffen auf kostengünstige – im Fall der Solarenergie sogar auf kostenlose – Rohstoffe umgestellt. Ein erheblicher Teil der Ausgaben, die in dieser Diskussion als „Kosten“ bezeichnet werden, sollte sich daher mittel- und langfristig als äußerst rentable Investition erweisen. Ebenso wenig neu ist das Argument, dass regenerative Energien in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern zukünftig eine große Rolle in der Energieversorgung spielen werden. Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet sollten daher auch als Investition in exportfähige Produkte verstanden werden. Nahezu selbstverständlich ist, dass Fell in dem Einladungsschreiben auch den grundsätzlichen Richtungsstreit zwischen den Verfechtern einer dezentralen und denen einer zentralen Energieversorgung aufgreift.

Spezifische Interessen der Energiegenossenschaften?

Alle aufgeführten Punkte weisen zwar einen starken Bezug zu regenerativen Energien auf, aber kaum einen speziellen Bezug zu Energiegenossenschaften. Die Argumente könnten ebenso gut aus einem Schreiben der Modulhersteller oder der Montagbetriebe stammen. Eine spezifische Interessenlage der rund 80.000 Bürgerinnen und Bürger, die mittlerweile in Energieprojekten mit direkter Bürgerbeteiligung engagiert sind, ist allerdings auch schwer auszumachen. Unverzichtbar ist für solche Projekte, ihren Anlegern eine hohe Sicherheit ihrer Geldanlage zu garantieren. Das EEG bietet dafür ideale Voraussetzungen. Ohne gesicherte Einnahmen wäre es vielen Energiegenossenschaften und Bürgersolaranlagen nicht einmal möglich, langfristige Pachtverträge für Grundstücke beziehungsweise Dachflächen abzuschließen.