Rekord: 382.000 Beschäftige im Bereich erneuerbare Energien

Im Jahr 2011 waren in Deutschland 382.000 Personen im Bereich erneuerbare Energien beschäftigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag des Bundesumweltministeriums angefertigte Studie. Damit stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent an. Seit dem Jahr 2004 hat sich die Zahl der Arbeitsplätze weit mehr als verdoppelt, der Anstieg in diesem Zeitraum beträgt 138 Prozent. Die meisten Arbeitsplätze entstanden im Bereich Photovoltaik. Auch die Windenergie und die Biomasse zeichnen für zahlreiche Arbeitsplätze verantwortlich, andere Bereiche wie die Geothermie sind in dieser Statistik von vergleichsweise geringer Bedeutung.

Unterschiedliche Statistiken

Sowohl die Interessenvertreter der Photovoltaik Branche als auch die aus dem Bereich Biomasse erheben den Anspruch, für die meisten Arbeitsplätze zu sorgen. Wie immer bei umfangreichen Statistiken bleiben weite Interpretationsspielräume. Das Kernproblem besteht darin, dass längst nicht alle Betriebe ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu tun haben, die in die Statistik eingehen. Bei einem Hersteller von Photovoltaikanlagen ist die Zählung einfach, hier können alle Beschäftigten dem Bereich regenerativer Energien zugeordnet werden. Schwieriger wird es beispielsweise bei Gasanbietern, die auch Biogas vertreiben. Im Prinzip wird die relevante Beschäftigtenzahl daher anhand der Umsätze in diesem Bereich bestimmt. Und genau hier kann die Biomasse punkten, insgesamt entfallen 54.200 Arbeitsplätze auf das Segment „Bereitstellung von Brennstoff und Kraftstoff“. Seit Benzin Bioethanol enthält, ist also auch ein Tankstellenpächter teilweise im Bereich erneuerbare Energien tätig. Werden diese Arbeitsplätze mitgezählt, liegt die Biomasse mit insgesamt 124.000 Jobs vorne. Die Photovoltaik bringt es auf 110.000 Beschäftigte.

Das Erneuerbare Energien Gesetz sorgt für Jobs

Die Studie zeigt deutlich auf, dass die gesamte Branche noch immer sehr stark von der Förderung im Rahmen des EEG abhängig ist. Immerhin 280.000 der 382.000 Arbeitsplätze sind gemäß den Autoren dieser Studie auf diese Förderung zurückzuführen. Damit relativieren sich die Kosten der Förderung, wenn die Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge aus diesen Jobs gegengerechnet werden. Nur wenige dieser Arbeitsplätze sind übrigens unmittelbar aus Steuermitteln finanziert. Auf den Bereich der öffentlich geförderten Forschung und Verwaltung entfallen insgesamt lediglich 9.600 Arbeitsplätze, also rund 2,5 Prozent.

Photovoltaik besonders von Kürzungen betroffen

Von den 110.000 Arbeitsplätzen, die der Photovoltaik zugerechnet werden, sind lediglich 7.300 im Bereich Wartung und Betrieb entstanden. Eine rückläufige Produktion würde also sehr stark auf den Arbeitsmarkt durchschlagen. In anderen Bereichen sind sehr viel mehr Arbeitnehmer mit dem Betrieb laufender Anlagen beschäftigt. Ein extremes Beispiel sind die Biomasse Kleinanlagen, hier sind von insgesamt 22.300 Beschäftigten 15.000 damit befasst.

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