Photovoltaik Zukunft: Nischenanwendungen als Chance

Das Marktforschungsinstitut Lux Research in Boston prognostiziert für die kommenden zehn Jahre ein deutliches Wachstum der Nischenbereiche des Photovoltaikmarkts. Gemeint ist damit so ziemlich alles, was neben den verbreiteten Freiflächenanlagen und Aufdachanlagen noch angeboten wird.

Gebäudeintegrierte Photovoltaik gewinnt an Bedeutung

Insbesondere die Gebäudeintegrierte Photovoltaik wird gemäß dieser Prognose an Bedeutung gewinnen. Als gebäudeintegriert werden alle Solarmodule bezeichnet, die andere Komponenten des Gebäudes ersetzen, statt nachträglich an dem fertigen Gebäude montiert zu werden. Neben Fassaden und Dächern können beispielsweise auch Beschattungselemente aus Solarmodulen konstruiert werden. Der Marktanteil der Gebäudeintegrierten Photovoltaik ist derzeit gering, nur etwa 150 Megawatt werden jährlich installiert. Im Jahr 2024 sollen es gemäß dieser Studie etwa 1,2 Gigawatt sein, was zwar ein erhebliches Wachstum bedeutet, aber noch immer nur eine kleine Nische im Gesamtmarkt bildet. Für die großen Hersteller von Solarmodulen besitzt dieses Marktsegment daher nur eine untergeordnete Bedeutung, aber es bietet Chancen für kleinere spezialisierte Unternehmen. Diese können davon profitieren, dass hier an die Solarmodule gänzlich andere Anforderungen gestellt werden als im Massenmarkt, wo es primär darum geht, möglichst billig eine möglichst große Leistung zu erreichen. Demgegenüber spielen bei der Gebäudeintegrierten Photovoltaik ästhetische Aspekte eine wichtige Rolle. Um eine Solarfassade farblich ins Gesamtbild zu integrieren, werden auch geringe Leistungseinbußen in Kauf genommen. Auch semitransparente Solarfassaden werden an Bedeutung gewinnen. Diese wandeln nur einen Teil des einfallenden Sonnenlichts in Strom um und lassen den Rest passieren. Damit leisten sie auch einen Beitrag zur Klimatisierung eines Gebäudes.

Solar-Ladegeräte für mobile Anwendungen

Gemeint sind damit weniger die Miniaturmodule, die heute schon als Ladegeräte für Smartphones angeboten werden. Dabei handelt es sich eher um Lifestyle-Produkte. Die Energie- und Ökobilanz fällt verheerend aus, weil der produzierte Strom in keinem vernünftigen Verhältnis zum Energieverbrauch für die Herstellung und den Transport steht. Zukunftspotenzial bieten eher größere mobile Solaranlagen, mit denen beispielsweise Baustellen oder Beleuchtungsanlagen mit Strom versorgt werden können. Die wichtigsten Einsatzgebiete solcher Offgrid-Anlagen liegen sicherlich in Regionen, in denen kein Anschluss ans öffentliche Stromnetz besteht. Aber grundsätzlich könnten akkubetriebene Geräte mit autarker Stromversorgung auch in Regionen mit lückenloser Stromversorgung Käufer finden, beispielsweise für den Einsatz auf Campingplätzen. Die Wachstumsprognose für dieses Marktsegment klingt beeindruckend, bis zum Jahr 2024 könnte der Markt auf mehr als das Dreißigfache anwachsen. Allerdings liegt das Marktvolumen heute nur in der Größenordnung von fünf Megawatt, weswegen auch 3000 Prozent Wachstum deutlich weniger imposant sind, als die Zahl suggeriert.

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