Photovoltaik Zubau liegt im November 2012 bei 435 MWp

Der Zubau der Photovoltaik geht nahezu ungebremst weiter. Im November 2012 wurden erneut mehr als 17.000 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 435 Megawatt in Betrieb genommen. Insgesamt wurden in den ersten elf Monaten damit knapp 7,3 Gigawatt zugebaut. Es ist also davon auszugehen, dass im gesamten Jahr 2012 der Vorjahreswert von 7,5 Gigawatt übertroffen wurde, wenngleich die Zahlen für das Gesamtjahr noch nicht vorliegen.

Zielkorridor weit verfehlt

Schon lange war klar, dass auch im Jahr 2012 die Höchstgrenze für den angestrebten Zubau weit übertroffen wird – diese liegt unverändert bei 3,5 Gigawatt, wurde aber noch nie auch nur annähernd eingehalten. Aufgrund des ständigen überplanmäßigen Zubaus ist die installierte Gesamtleistung mittlerweile auf mehr als 32 Gigawatt angewachsen – womit übrigens die Windenergie mit rund 30 Gigawatt erstmals überholt wurde. Die langfristige Planung sieht für 2020 eine Gesamtleistung von 52 Gigawatt vor. Es bedarf keiner großen Rechenkünste, um zu prognostizieren, dass diese Zahl vermutlich schon im Jahr 2015 erreicht werden wird. Die bisherige Förderung läuft dann automatisch aus, über das weitere Vorgehen ist noch nicht entschieden worden.

Einbruch bei den Großanlagen

Erwartungsgemäß ist mit dem Aus der Förderung für Photovoltaik Anlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt der Zubau in diesem Segment vorübergehend zum Erliegen gekommen. Im November wurde keine solche Großanlage mehr in Betrieb genommen. Auch das trägt dazu bei, dass der Zubau im November relativ bescheiden ausfiel. Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im Vergleich zum November der Vorjahres nehmen sich die 435 Megawatt recht bescheiden aus – in beiden Vergleichsmonaten wurden deutlich mehr als 600 Megawatt zugebaut. Vermutlich werden die Novemberzahlen daher noch öfter als Nachweis einer erfolgreichen Eindämmung des Zubaus herhalten müssen.

Unabhängigkeit von der Förderung nahezu erreicht

Mittlerweile liegen die Erzeugungskosten für privaten Solarstrom mit etwa 17 Cent pro Kilowattstunde deutlich unter dem Strompreis von rund 25 Cent. Dass überhaupt noch eine Förderung erforderlich ist, hat zwei Gründe. Einerseits sind dem Eigenverbrauch aus technischen Gründen enge Grenzen gesetzt. Mehr als 30 Prozent sind kaum erreichbar, solange keine effektiven Stromspeicher zur Verfügung stehen. Andererseits rechnet sich eine private Vermarktung überschüssigen Stroms für kleine Erzeuger nicht, da die Spreizung zwischen den Verbraucherpreisen und den Großhandelspreisen enorm groß ist. An der Strombörse lassen sich kaum mehr als vier Cent pro Kilowattstunde erzielen. Zu allem Überfluss sinken die Preise noch weiter, wenn die Photovoltaik besonders viel Strom liefert. Wenn es also gelingt, den Eigenverbrauch deutlich zu steigern, wird die Photovoltaik auch ohne Förderung rentabel sein. Dass damit die Politik jede Möglichkeit zur Steuerung des Zubaus verliert, erscheint nicht allzu beunruhigend – funktioniert hat diese beabsichtigte Steuerung ohnehin nie.