Photovoltaik Zubau im Juli: Leichter Anstieg

Im Juli 2014 belief sich der Photovoltaik Zubau in Deutschland auf 344,7 Megawatt. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 83 Prozent. Dennoch blieb der Zubau damit hinter den allgemeinen Erwartungen zurück, weil ein noch stärkerer Vorzieheffekt erwartet wurde.

Zum 01. August werden die Änderungen des EEG wirksam, die insbesondere für Anlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Kilowatt deutliche Verschlechterungen mit sich bringen. An erster Stelle ist hier die Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage zu nennen. In der Vergangenheit sorgte der Vorzieheffekt stets für sehr hohe Zubauzahlen, bevor Einschränkungen der Förderungen wirksam wurden. Im Monat vor dem Stichtag wurde teilweise sogar die Grenze von einem Gigawatt übertroffen. Gemessen daran fällt der Anstieg im Juli eher bescheiden aus. Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich der Markt deutlich in Richtung der Kleinanlagen verschoben hat, die von den Änderungen zum 01. August aber kaum betroffen sind. In der Vergangenheit beruhte der Vorzieheffekt teilweise auch darauf, dass Großprojekte vor dem Stichtag forciert wurden. Der Zubau großer Solarkraftwerke ist aber bereits vollständig zum Erliegen gekommen, als die Förderung für Anlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Megawatt eingestellt wurde. Es befanden sich daher schlicht keine Projekte in der Pipeline, die hätten vorgezogen werden können.

Zubau unter der Zielmarke

Für 2014 wird ein Zubau von 2,5 Gigawatt angestrebt. In den ersten sieben Monaten des Jahres wurde lediglich 1,36 Gigawatt zugebaut. Dies entspricht einem durchschnittlichen monatlichen Zubau von 194 Megawatt. Bei gleich bleibendem Tempo ist daher mit einem Gesamtzubau von etwa 2,3 Gigawatt im Jahr 2014 zu rechnen. Sollte der Wert tatsächlich unter 2,4 Gigawatt liegen, hat dies eine deutliche Verlangsamung der Degression der Einspeisevergütung zur Folge. Im neuen EEG wird die Basisdegression ohnehin von monatlich einem Prozent auf 0,5 Prozent reduziert. Werden während eines Zeitraums von zwölf Monaten weniger als 2,4 Gigawatt zugebaut, sinkt die monatliche Degression sogar auf 0,25 Prozent. Zu einer automatischen Erhöhung der Einspeisevergütung wird es aber in absehbarer Zeit nicht kommen. Dazu müsste der jährliche Zubau unter ein Gigawatt sinken.

Auch die Direktvermarktung ist betroffen

Für Anlagen mit einer Leistung von mehr als 500 Kilowatt ist im neuen EEG die Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell zwingend vorgeschrieben. Niedrige Verkaufserlöse werden dabei über die Marktprämie kompensiert. Auf diese Weise wird dem Anlagenbetreiber ein minimaler Erlös pro Kilowattstunde garantiert, der von der Größe der Anlage abhängt. Dieser garantierte Minimalerlös unterliegt derselben Degression wie die Einspeisevergütung.

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