Gute Aussichten für Stromspeicher dank Photovoltaik

Das weltweite Wachstum der Photovoltaik wird die Nachfrage nach stationären Stromspeichern deutlich steigern. Das Marktforschungsinstitut Lux Research prognostiziert, dass der Markt für Speicher in Wohnhäusern bis zum Jahr 2020 auf mehr als das Zehnfache anwachsen wird. Statt den heutigen 100 Millionen Dollar sollen dann etwa 1,2 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Stromspeicher sind in Häusern erforderlich, um den durch die Photovoltaikanlage erzeugten Strom zeitlich flexibel nutzen zu können.

Die Preise sinken

Lux Research geht davon aus, dass die Preise für Stromspeicher schon kurzfristig deutlich fallen werden. Dazu trägt wesentlich die Nachfrage aus der Autoindustrie bei, wo Akkus in Elektro- und Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen. In absoluten Zahlen stammt die größte Nachfrage nach wie vor aus der Elektronikbranche, der Bedarf in diesem Bereich stagniert jedoch weitgehend. Das aktuelle Umsatzplus kommt aus der Autobranche. Auch die Preise für stationäre Stromspeicher werden infolge dieser Entwicklung sinken. Dieses Marktsegment reagiert besonders empfindlich auf die Preisentwicklung, weil die durch einen Stromspeicher erzielbaren Einsparungen relativ genau prognostiziert werden können. Dies beeinflusst die Kaufentscheidung maßgeblich. Anders als ein Smartphone kann eine Photovoltaikanlage eben wahlweise mit oder ohne Akku betrieben werden.

Eine gewagte Prognose

Die Vorhersage der Marktforscher beinhaltet eine wichtige implizite Annahme. Nämlich die, dass die verstärkte Eigenversorgung von Wohnhäusern politisch gefördert oder zumindest nicht künstlich ausgebremst wird. Aktuell zeigt in Deutschland die beschlossene Belastung des Eigenverbrauchs mit der EEG-Umlage, dass diese Annahme zweifelhaft ist. Ist dies ein deutscher Sonderweg oder greift Deutschland einfach nur als erstes Land zu solchen Maßnahmen, weil die Energiewende hier besonders weit fortgeschritten ist? Werden andere Länder ähnliche Regelungen beschließen, wenn sie einen vergleichbar hohen Anteil an Strom aus Photovoltaikanlagen erreicht haben? Einiges spricht dafür. Die in Häusern oft eingesetzten Inselspeicher trennen das Haus von der externen Versorgung, wenn sie den hausinternen Bedarf vollständig decken können. Ist dies nicht der Fall, schalten sie auf eine vollständige externe Stromversorgung um. Das führt zu extrem hohen kurzfristigen Schwankungen des Strombedarfs im öffentlichen Stromnetz, die technisch problematisch und wirtschaftlich teuer sind. Wenn Wohnhäuser ihren Bedarf stets zu 100 Prozent selbst decken, ist das eine sehr gute und billige Lösung. Tun sie es nur zu 90 Prozent, wird es schwierig und teuer. Es kann durchaus sein, dass es sich als bessere Lösung erweist, sämtlichen dezentral erzeugten Strom durch das öffentliche Stromnetz zu leiten, um abrupte Schwankungen zu minimieren. Speicher werden dazu allerdings auch gebraucht, jedoch andere Speicher! Hier sind statt der Inselspeicher große Netzspeicher auf der Ebene der Verteilernetze gefragt.

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