BEE Studie: "Auch bei künftig hohen Anteilen von Solarenergie ist die Versorgungssicherheit gewährleistet"

In einer vom Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) in Auftrag gegebenen Studie wurde analysiert, ob ein hoher Anteil von Stromerzeugern mit fluktuierender Leistung die Stabilität und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung in Deutschland gefährdet. Es überrascht wenig, dass diese Studie zu dem Ergebnis kommt, dass ein hoher Anteil an Wind- und Solarstrom keine unlösbaren Problem aufwerfe, da die zur Beherrschung der Leistungsschwankungen erforderlichen Technologien bereits zur Verfügung stünden. Die erforderliche Flexibilisierung soll über einen Mix an unterschiedlichen Maßnahmen erreicht werden. Dazu zählen der Ausbau von Stromspeichern, die Förderung regelbarer regenerativer Energiequellen wie Biomasse und Wasserkraft, der Neubau regelbarer konventioneller thermischer Kraftwerke sowie ein flächendeckendes Lastmanagement in Unternehmen und Privathaushalten.

Grundannahmen der Studie

Die Crux dieser Studie liegt darin, dass kurzerhand davon ausgegangen wird, dass alles technisch Mögliche auch umgesetzt wird. Über das Stromnetz beziehungsweise die Kosten des Ausbaus machen sich die Autoren beispielsweise überhaupt keine Gedanken, stattdessen wird lapidar erklärt: „Vereinfachend wurde davon ausgegangen, dass das Stromnetz keine Restriktion darstellt, sondern nach den Erfordernissen der EE-Erzeugung weitgehend ausgebaut wird“. Die Annahme, dass das Stromnetz den Strom jederzeit in beliebigen Mengen von überall nach überall transportieren kann, macht die Sache in der Tat erheblich einfacher. Wenig überzeugend wirkt auch die Abschätzung des Potenzials der Pumpspeicherkraftwerke als Stromspeicher. Hier wurden Zahlen aus einer diesbezüglichen Studie für den Regierungsbezirk Arnsberg (NRW) einfach bundesweit hochgerechnet. Dort befinden sich allerdings bereits Talsperren, die als unteres Becken solcher Kraftwerke fungieren können. So gelangen die Autoren zu der Abschätzung, dass bis 2020 durch Pumpspeicherkraftwerke 78 Gigawattstunden Speicherkapazität in Deutschland bereitgestellt werden können, längerfristig sogar zwei Terawattstunden.

Lastmanagement

Ein zentraler Punkt in der von den Autoren vorgeschlagenen Strategie ist das Lastmanagement. Stromverbraucher richten dabei ihren Bedarf kurzfristig am momentanen Stromangebot aus. Technisch ist das in vielen Fällen möglich, organisatorisch sehen sich Unternehmen jedoch großen Herausforderungen gegenüber. Zu Recht weisen die Autoren darauf hin, dass auch die Politik derzeit erste Ansätze eines Lastmanagements nahezu im Keim erstickt. Lastmanagement wird sich nur durchsetzen, wenn Unternehmen auch finanziell davon profitieren, ihren Stromverbrauch kurzfristig dem Angebot anzupassen. Das ist gegenwärtig nur eingeschränkt der Fall. Zwar profitieren die Großverbraucher von kurzfristigen Preissenkungen an der Strombörse, die in Zeiten eines hohen Angebots auftreten. Bei den Netzentgelten werden aber die Unternehmen begünstigt, die für eine konstante Grundlast ohne größere Schwankungen sorgen. Hinzu kommt, dass sowohl die Preispolitik der Stromerzeuger als auch die Ausnahmeregelungen der EEG-Umlage einen möglichst hohen Stromverbrauch finanziell begünstigen.

Fazit: Jetzt gibt es eine Studie mehr

Die Studie fasst die Argumente der Befürworter eines weiterhin schnellen Ausbaus regenerativer Energien zusammen und klammert viele kritische Punkte aus. Derartige Studien, denen die Interessenlage des Auftraggebers deutlich anzumerken ist, gibt es auf beiden Seiten schon in großer Zahl. Jetzt ist dieser Stapel um eine Studie gewachsen.

Bild: Studie "Möglichkeiten zum Ausgleich fluktuierender Einspeisungen aus Erneuerbaren Energien"