Ingenieur für Elektrotechnik mit Schwerpunkt Energietechnik

Die Erzeugung und Verteilung von elektrischem Strom ist seit Langem als eigener Studienschwerpunkt an den deutschen Hochschulen etabliert. Neben Elektroingenieuren mit einer Spezialisierung im Bereich Energietechnik sind beispielsweise auch Physiker und zunehmend Informatiker in diesem Bereich tätig. Die regenerativen Energien stellen die Ingenieure und Wissenschaftler vor neue Herausforderungen. Nicht nur die Art der Stromerzeugung ist eine gänzlich neue, auch die Verteilung des Stroms an die Endverbraucher muss den neuen Techniken angepasst werden. Für Photovoltaikanlagen und Windräder sind keine genauen Vorhersagen möglich, wie viel Strom in den nächsten Stunden produziert werden wird. Darüber hinaus handelt es sich um dezentrale Stromquellen, die nach einem mehr oder weniger zufälligen Muster im gesamten Stromnetz verteilt sind.

Ausbildung

Auch das Studium der Elektrotechnik wurde im Rahmen der Bolognareform auf die neuen Bachelor- und Masterabschlüsse umgestellt. Das Bachelorstudium dauert drei bis vier Jahre und endet mit dem ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Für eine Tätigkeit im Bereich Forschung wird meist ein Masterabschluss verlangt, der anschließend nochmals ein bis zwei Jahre erfordert. Universitäten öffnen diesen Studiengang zunehmend auch für Praktiker, nicht überall ist das Abitur noch eine zwingende Voraussetzung für dieses Studium. Oft kann das Studium auch mit nachgewiesenen Praxiskenntnissen aufgenommen werden, beispielsweise mit einem Meisterbrief als Elektriker.

Ein breites Aufgabenspektrum

Zu den Aufgaben eines Elektroingenieurs der Fachrichtung Energietechnik zählt grundsätzlich alles, was mit der Stromversorgung zu tun hat. Dazu gehört die Entwicklung neuer Bauelemente ebenso wie die zunehmend wichtiger werdende Steuerung der Netze. Damit fällt die gesamte technische Infrastruktur eines Stromerzeugers in seinen Zuständigkeitsbereich, vom Generator bis zum Mikrochip in der Prozesssteuerung. Die Grenzen zu anderen Berufen sind dabei nicht scharf definiert. Insbesondere bei Stadtwerken und Stromnetzbetreibern sind viele Ingenieure der Elektrotechnik im Bereich der hardwarenahen Programmierung tätig, um die durch dezentrale Stromerzeuger zunehmend komplexer werdenden Stromnetze zu steuern.

Speichertechniken und Smart Grids als zentrale Herausforderungen

Die Photovoltaik und die Windenergie sind Stromquellen, die starken zeitlichen Schwankungen unterliegen. Benötigt werden daher langfristig Speichertechniken, die eine Zwischenspeicherung des Stroms erlauben. Die Entwicklung derartiger Speicher gewinnt für Stromversorger und Netzbetreiber zunehmend an Bedeutung, zahlreiche Ingenieure sind heute in diesem Bereich tätig. Eine zweite Antwort auf die Leistungsschwankung regenerativer Energien besteht darin, in Zeiten niedriger Leistung nicht unbedingt erforderliche Verbraucher abzuschalten. Das erfordert eine intelligente Steuerung, die letztlich bis zu den Waschmaschinen in Privathaushalten reichen soll. Waschvorgänge sollen dann gestartet werden, wenn viel Strom zur Verfügung steht. Auch ein solches intelligentes Stromnetz, das auch als Smart Grid bezeichnet wird, ist gegenwärtig noch absolutes Neuland. Eines scheint daher sicher: Elektroingenieur im Bereich Energietechnik ist ein Job mit exzellenten Zukunftsaussichten.

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