Photovoltaik Stromerzeugung steigt in Italien auf 3,2 Prozent

Photovoltaik in ItalienIn Italien stieg der Anteil des Solarstroms im Jahr 2011 auf 3,2 Prozent der gesamten Stromproduktion. Insgesamt wurden mehr als 9,2 Gigawattstunden Photovoltaik Strom produziert, was gegenüber 2010 eine Steigerung um 394 Prozent bedeutet. Damit war Italien neben Deutschland im vergangenen Jahr der größte Markt für Solarmodule. Einige Marktforschungsinstitute sehen Italien hier auf Platz eins vor Deutschland, andere knapp hinter Deutschland auf Platz 2.

Südliche Regionen an der Spitze

Es verwundert nicht, dass der größte Teil der Anlagen im Süden des Landes installiert wurde. Diese Region weist eine für die Photovoltaik sehr günstige Kombination aus hoher Sonneneinstrahlung und dichter Besiedlung auf – Photovoltaikanlagen arbeiten also nicht nur sehr effektiv, sondern finden auch regionale Abnehmer für den Strom. Südlich des 42. Breitengrades liegt die jährliche Sonneneinstrahlung überall über 1500 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland beträgt dieser Wert rund 1000 Kilowattstunden. Aus diesem Grund ist die jährliche Stromproduktion pro Kilowatt Nennleistung einer Anlage in Süditalien erheblich höher.

Unklare Signale aus Italien

Wie sieht die Zukunft der Photovoltaik in Italien aus? Welche Bedeutung kann Italien für die deutsche Solarindustrie haben, die auf dem einheimischen Markt aufgrund der aktuellen Kürzungsbeschlüsse drastische Einbußen befürchtet? Sehr gelegen dürfte der hiesigen Solarbranche eine spezielle Vorschrift im „Conto Energia IV“ kommen, dem italienischen Einspeisegesetz. Diese legt fest, dass für Solarstrom eine um zehn Prozent höhere Einspeisevergütung bezahlt wird, wenn die Module in Europa hergestellt wurden. Ein deutlicher Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz aus China, der im Juni 2011 überraschend geräuschlos ins italienische Gesetz geschrieben wurde. Möglicherweise war dies eine Reaktion auf die ständig behauptete - aber bislang noch nicht gerichtlich festgestellte - illegale Subventionierung chinesischer Anbieter. In Deutschland scheint ein vergleichbarer Schritt undenkbar. Die bloße Forderung nach irgendeiner politischen Reaktion auf die schiefe Wettbewerbslage gilt hierzulande bereits als Protektionismus. Diesen scheinbar guten Nachrichten aus Italien für die Branche stehen jedoch auch unerfreuliche gegenüber: Italien steht unter großem Druck, den Staatshaushalt zu konsolidieren, und hat die Solarförderung bereits als Einsparpotenzial identifiziert. Verglichen mit den dort gegenwärtig diskutierten Vorschlägen muten selbst die drastischen Kürzungsbeschlüsse der deutschen Regierung als leidenschaftliches Bekenntnis zur Photovoltaik an. Diskutiert wird in der italienischen Regierung beispielsweise eine starre Begrenzung der Förderung auf acht Gigawatt bis 2020. 7,5 Gigawatt sind bereits installiert, den Rest tragen bereits geplante oder sogar schon initiierte Projekte bei. Es geht also de facto um einen völligen Ausstieg aus der Solarförderung.

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