Neue Einspeisevergütung für Solarstrom in Japan

Japan treibt den Ausbau erneuerbarer Energien voran. Für Strom aus Photovoltaik Anlagen wurde eine Einspeisevergütung von 42 Yen pro Kilowattstunde beschlossen, was rund 40 Cent entspricht. Auch die Windenergie wird in dem Förderprogramm berücksichtigt, hier beträgt die Einspeisevergütung 23,1 Yen, also circa 22 Cent. Die klimatischen Bedingungen sind für beide Technologien sehr günstig. Japan weist eine hohe Sonneneinstrahlung auf und verfügt über viele günstige Standorte für Windräder in Küstennähe. Letzteres überrascht bei einer Insel nicht allzu sehr.

Ein Strategiewechsel

Bislang war die Förderung der Photovoltaik in Japan auf Kleinanlagen konzentriert, sehr große Anlagen ab 500 Kilowatt waren von der Förderung sogar gänzlich ausgeschlossen. Diese Grenze ist nun gefallen, stattdessen gilt für das neue Förderprogramm eine Untergrenze von 10 Kilowatt. Diese Umorientierung in Richtung großer Freiflächenanlagen ist eine der politischen Konsequenzen der Reaktorkatastrophe in Fukushima. Japan ist auf der Suche nach Alternativen zur Kernenergie. Viele Alternativen bleiben dem Land dabei nicht, da es selbst über keine fossilen Rohstoffe verfügt. Die bisherige nahezu ausschließliche Konzentration auf dezentrale Kleinanlagen hat dazu geführt, dass diese momentan etwa 90 Prozent des japanischen Solarstroms liefern. Im Bereich großer Anlagen besteht also tatsächlich Nachholbedarf. Erste Projekte befinden sich bereits in der Planung, allen voran eine 70 Megawatt Großanlage des Anbieters Kyocera.

Japan der größte Solarmarkt der nächsten Jahre?

Die amerikanische Investmentbank Jefferies & Company beurteilt das japanische Förderprogramm als eines der weltweit attraktivsten für gewerbliche Investoren. Bereits für das kommende Jahr prognostiziert die Bank Japan einen mehr als zehnprozentigen Anteil am Weltmarkt für Photovoltaik Anlagen. Neben den günstigen klimatischen Bedingungen und der hohen Einspeisevergütung tragen zahlreiche weitere Faktoren dazu bei. An erster Stelle ist hier sicherlich zu nennen, dass Japan mit der Verbesserung der Förderbedingungen ziemlich allein dasteht, in nahezu allen anderen bedeutenden Märkten wird die Förderung zurückgefahren. Hinzu kommt, dass auch Japan mit den Folgen einer Wirtschaftskrise zu kämpfen hat und dabei sehr stark auf klassische Konjunkturprogramme setzt. Das bedeutet, dass Finanzierungen für Solarprojekte einfach und günstig zu erhalten sind. Dies umso mehr, da auch in Japan die Förderhöhe für große Anlagen für 20 Jahre garantiert ist, was derartige Investitionen relativ risikoarm erscheinen lässt. Jefferies & Company prognostiziert Investoren eine Rendite von sechs Prozent, betont aber zugleich, dass diese Schätzung sehr konservativ ist. Insbesondere die der Kalkulation zugrunde liegenden Modulpreise könnten in der Praxis weit unterschritten werden. Insgesamt seien statt der sechs Prozent daher eher 20 Prozent Rendite realistisch.