Änderung der Energiepolitik: Einspeisevergütung in Jordanien

Jordanien ändert seine energiepolitische Ausrichtung grundlegend und will zukünftig verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Für Strom aus Windkraft, Biomasse, solarthermischen Kraftwerken und Photovoltaik Anlagen wird eine Einspeisevergütung eingeführt. Für die Photovoltaik beträgt die Einspeisevergütung 12,6 Cent pro Kilowattstunde, für solarthermische Kraftwerke 14,1 Cent.

Bislang eher eine klassische Energiepolitik

Bislang setzte die jordanische Energiepolitik eher auf fossile Energieträger und auf Kernenergie, der jetzt forcierte Einstieg in die erneuerbaren Energien markiert daher eine deutliche Neuorientierung. Getrieben wurde diese neue Ausrichtung entscheidend von äußeren Einflüssen. Aufträge für fünf neue Kernkraftwerke wurden storniert. Dass der Reaktorunfall in Fukushima diese Entscheidung stark beeinflusst hat, kann aufgrund des engen zeitlichen Zusammenhangs zumindest vermutet werden. Öffentlich diskutiert werden solche Entscheidungen im Königreich Jordanien kaum. Bei der Versorgung des Landes mit fossilen Brennstoffen spielt Erdgas aus Ägypten eine große Rolle, und eben dieser Lieferant hat sich in den letzten Monaten wiederholt als wenig zuverlässig erwiesen. Auch das Großprojekt Desertec ist in weite Ferne gerückt, da sich europäische Kooperationspartner zunehmend zurückziehen. In Deutschland mag das damit zusammenhängen, dass Windstrom aus der Nordsee gegenwärtig höher im Kurs steht als Solarstrom aus Nordafrika. Siemens hat seinen Geschäftsbereich Solarthermie jedenfalls komplett eingestellt. All das hat dazu beigetragen, dass Jordanien seine Abhängigkeit von Importen reduzieren möchte und in einem ersten Schritt zumindest 500 Megawatt an erneuerbaren Energien installieren möchte. An den klimatischen Voraussetzungen wird das ehrgeizige vorhaben zumindest nicht scheitern. Jordanien gehört zu den Ländern mit der höchsten Sonneneinstrahlung. Ob die Förderung nach dem Erreichen dieser Zielmarke fortgesetzt wird, ist noch offen.

Wertschöpfung im eigenen Land

Die grundsätzliche Strategie des Landes setzt eher auf den Aufbau eigener Produktionskapazitäten als auf den Import von Systemen. Das allerdings stellt keine Neuausrichtung dar, dieses Ziel verfolgt Jordanien schon länger. Der einzige Hersteller von Photovoltaik Modulen im gesamten arabischen Raum, Philadelphia Solar, ist ein jordanisches Unternehmen. Benannt ist das Unternehmen übrigens nicht nach der amerikanischen Stadt gleichen Namens, sondern nach der antiken Hauptstadt des Jordanischen Königreichs, die ebenfalls diesen Namen trug. Seit ungefähr einem Jahr kooperiert Jordanien bereits mit der Kirchner Solar Group, einem deutschen Projektentwickler im Bereich Solarenergie. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf der Durchführung eigener Projekte im Land. Im Bereich Photovoltaik sollen Projekte in allen Größenordnungen initiiert werden. Das Spektrum reicht von netzgekoppelten Großkraftwerken über Inselanlagen für strukturschwache Regionen bis zu portablen Minianlagen.