EEG-Umlage in den nächsten Jahren stabil - Kaum Einfluss durch Photovoltaik-Ausbau

The same procedure es every year: Jährlich im Herbst wird der Anstieg der EEG-Umlage für das nächste Jahr veröffentlicht, es folgen immergleiche Debatten über die Ursachen des erneuten Anstiegs und mögliche politische Konsequenzen. Im Jahr 2014 wird die Umlage um rund einen Cent auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die Reaktionen darauf waren mehr oder minder erwartbar. Immerhin einige der Beteiligten beschränken sich nicht drauf, ihre Kommentare aus den letzten Jahren zu recyceln, sondern nehmen aktuelle Entwicklungen zumindest zur Kenntnis.

Zu nennen wäre hier zuerst, dass der Beitrag neuer Photovoltaikanlagen zur neuerlichen Anhebung der EEG-Umlage nur noch sehr gering ist. Das Tempo des Zubaus hat deutlich abgenommen, darüber hinaus ist die Einspeisevergütung inzwischen auf unter zehn Cent pro Kilowattstunde gesunken. Die wesentlichen Kosten sind also in den Jahren mit deutlich höherem Zubau und einer deutlich höheren Einspeisevergütung aufgelaufen. Nicht außer Acht gelassen werden darf auch, dass die angestrebte Zubaugrenze von 52 Gigawatt für die Photovoltaik näher rückt. Die bisherige Förderung läuft dann ohnehin aus. Dies wird voraussichtlich im Jahr 2018 der Fall sein.

Neue Studie zur weiteren Entwicklung der EEG-Umlage

Agora Energiewende hat eine längerfristige Prognose für den weiteren Anstieg der EEG-Umlage veröffentlicht. Bis 2017 wird die Umlage laut dieser Studie nur noch geringfügig auf 6,7 Cent pro Kilowattstunde steigen. Die Möglichkeiten der politischen Einflussnahme auf die weitere Entwicklung der Umlage sind demnach sehr gering, denn etwa 90 Prozent der Kosten entfallen auf bereits vorhandene Anlagen, in deren Förderung kaum rückwirkend eingegriffen werden kann. Die Studie analysiert auch die Ursachen für den aktuellen Anstieg der Umlage um einen Cent. Nur 0,44 Cent entfallen auf den Ausbau der erneuerbaren Energien, wobei Offshore-Windparks mit 0,19 Cent der größten Einzelposten sind. Die Solarenergie ist für gerade einmal 0,08 Cent der Steigerung verantwortlich.

Abbau der Begünstigungen für energieintensive Unternehmen

Als kurzfristige Maßnahme zur Entlastung der Verbraucher wird von nahezu allen Seiten eine Einschränkung der Befreiung von Unternehmen von der EEG-Umlage favorisiert. Diese ursprünglich für Branchen wie die Aluminium- und die Stahlindustrie vorgesehenen Privilegien werden inzwischen auch von Supermärkten, Versicherungen und Schlachthöfen in Anspruch genommen. Eine Beschränkung der Privilegien auf die ursprüngliche Zielgruppe könnte die Verbraucher um jährlich vier Milliarden Euro entlasten. Der BUND wartet mit einem weitergehenden Vorschlag auf. Künftig sollen demnach nur noch die Photovoltaik und die Windkraft an Land über das EEG gefördert werden. Damit fielen die Biomasse und die Offshore-Windparks komplett aus der Förderung heraus. Nicht betroffen wäre die Kraft-Wärme-Kopplung, deren Förderung nicht im EEG geregelt ist.

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