Strom­tarif­rechner: Photovoltaik Eigenverbrauch als Alternative

Die Stiftung Warentest hat zahlreiche Stromtarifrechner untersucht, die Ergebnisse sind ernüchternd. Das beste der untersuchten Portale schaffte gerade die Note „Befriedigend“. Offenbar verstehen es die Stromanbieter mittlerweile, ihre Tarife für Vergleichsportale zu optimieren und ihre Angebote künstlich auf Spitzenplätze zu hieven. Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass einige Stromanbieter den Portalen besonders hohe Vermittlungsprovisionen bieten.

Suchkriterien in der Kritik

Lässt der Kunde die voreingestellten Suchkriterien unverändert, ist das einzige Sortierkriterium der Gesamtpreis im ersten Jahr. Hier lauern allerdings mehrere Gefahren. Zunächst kann es sich um einen Tarif mit jährlicher Vorauszahlung handeln, der mit Risiken für die Kunden verbunden ist. Oft errechnet sich der günstige Preis auch aus einer am Ende des Jahres fälligen Bonuszahlung für Neukunden, die in der Praxis oft mühsam eingeklagt werden muss. Bisweilen handelt es sich auch um Paketpreise, der Kunde erwirbt also eine im Voraus vereinbarte Strommenge für das gesamte Jahr. Stimmt die Schätzung des Bedarfs, kann sich das als günstig erwiesen. Wird aber weniger verbraucht, muss der Rest dennoch bezahlt werden. Wird dagegen mehr verbraucht, muss der zusätzliche Bedarf sehr teuer bezahlt werden. In jedem Fall darf der Kunde bei den besonders günstigen Anbietern die Kündigung zum Jahresende nicht vergessen, denn im zweiten Jahr wird es regelmäßig sehr viel teurer.

Photovoltaik Eigenverbrauch als Alternative

Die wirkungsvollste Methode zur Senkung der Stromkosten besteht noch immer darin, weniger Strom zu benötigen. Einsparpotenziale sind oft weitgehend ausgeschöpft, alte Geräte mit hohem Stromverbrauch verschwinden allmählich aus den Haushalten. Gängige Stromspartipps wie der, Geräte abzuschalten statt den Standby-Modus zu nutzen, gehören mittlerweile zum Allgemeinwissen. Deutlich gesenkt werden kann der Strombedarf oft nur noch, indem ein Teil des Stroms mit einer Photovoltaikanlage selbst produziert wird. Die Preise der Solarmodule sinken seit Jahren beständig, auch die übrigen Komponenten einer Photovoltaikanlage werden ständig preiswerter, wenngleich sich der Preisverfall hier langsamer vollzieht. Insgesamt ist eine selbst erzeuge Kilowattstunde Strom schon heute deutlich preiswerter als eine gekaufte. Steigende Strompreise werden diesen Kostenvorteil in Zukunft noch anwachsen lassen. Zu beachten ist auch, dass gegenwärtig intensiv an kleinen Stromspeichern gearbeitet wird, mit denen der Eigenverbrauch deutlich gesteigert werden kann. Noch sind diese Speicher recht teuer, was nicht verwunderlich ist – es handelt sich um die erste marktfähige Generation einer neuen Technologie. In wenigen Jahren kann das anders aussehen, die Nachrüstung der Photovoltaikanlage mit einem solchen Speicher zur Erhöhung des Eigenverbrauchs wird dann vermutlich auch wirtschaftlich vernünftig sein. Bis dahin kann der nicht selbst genutzte Anteil des Stroms zu guten Konditionen ins Netz eingespeist werden.