Stromerzeugung 2014: Erneuerbare steigen trotz zurückgegangen Zubau

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung in Deutschland ist im Jahr 2014 erneut gestiegen. Insgesamt lieferten die erneuerbaren Energien 27,3 Prozent des produzierten Stroms, die Photovoltaik allein 6,1 Prozent. Dies geht aus den aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft hervor. Danach lieferten die Photovoltaikanlagen im vergangenen Jahr 13,5 Prozent mehr Strom als im Jahr 2013.

Langsamer Zubau bremst Solarstrom nicht aus

Bis zum 30. November wurden im Jahr 2014 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von weniger als 1,8 Gigawatt zugebaut. Damit wurde das Zubauziel von 2,5 Gigawatt im Vorjahr deutlich verfehlt. Die Stromerzeugung aus Solaranlagen stieg allerdings deutlich überproportional zur installierten Leistung an. Dafür sind im Wesentlichen zwei Gründe verantwortlich. Erstens waren die Wetterbedingungen sehr günstig, weswegen der Stromertrag pro Kilowatt Nennleistung in einigen Monaten um fast zehn Prozent zulegte. Zweitens wurden 2013 in den letzten Monaten noch zahlreiche Anlagen in Betrieb genommen, die erst 2014 voll zum Stromertrag beitrugen.

Gesamtstromerzeugung ist gesunken

Der Anteil der erneuerbaren Energien ist auch deswegen gestiegen, weil die gesamte Stromerzeugung von 633,2 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2013 auf 610,4 Milliarden Kilowattstunden gesunken ist. Aufgrund des Einspeisevorrangs waren die erneuerbaren Energien davon nicht betroffen. Stattdessen verdrängten sie konventionelle Energieträger. Weniger erfreulich ist jedoch, dass von dieser Verdrängung hauptsächlich die modernen Gaskraftwerke betroffen waren. Diese können leichter geregelt werden und dienen daher auch dazu, die Verbrauchsspitzen in der Mittagszeit abzudecken. Gerade hier war der Bedarf wegen der Zunahme der Solarstromerzeugung aber deutlich niedriger als im Vorjahr. Dies führte dazu, dass trotz des Erfolgs der erneuerbaren Energien der Anteil der besonders umweltschädlichen Braunkohle an der Stromerzeugung leicht zunahm.

Verhaltener Optimismus für 2015

Die Zeiten von jährlichen Zubauzahlen in der Größenordnung von 7,5 Gigawatt sind für die Photovoltaik wohl endgültig vorbei. Aber es besteht Anlass zu Hoffnung, dass der Zubau zumindest wieder moderat anziehen könnte. Immerhin konnte sich der Markt im November von dem dramatischen Einbruch im Oktober wieder erholen. Im Oktober erreichte der Zubau mit rund 75 Megawatt einen historischen Tiefstand, im November wurden wieder mehr als 100 Megawatt in Betrieb genommen. Hinzu kommt, dass es zum Jahresbeginn 2015 möglicherweise zu einem „Nachzieheffekt“ kommen könnte. Bekannt ist aus der Vergangenheit der Vorzieheffekt. Zum Jahresende zog der Zubau oft stark an, weil die Betreiber Kürzungen bei der Förderung zuvorkommen wollten, die zum Jahreswechsel wirksam wurden. Diesmal könnte das exakte Gegenteil eintreten. Ab dem 01. Januar wird das Jahr der Inbetriebnahme bei der Festlegung des Förderzeitraums im EEG nicht mehr mitgezählt. Wer im Januar seine Photovoltaikanlage in Betrieb nimmt, profitiert damit fast ein Jahr länger von der Einspeisevergütung.

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