Solarstrom für 48.000 Haushalte: Deutschlands größtes Solar-Projekt

In Neuhardenberg wurde Deutschlands größtes Solarprojekt der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf dem Gelände des dortigen Flughafens wird derzeit ein Photovoltaik Kraftwerk mit einer Nennleistung von 145 Megawatt errichtet, das noch in diesem Jahr ans Netz gehen soll. Verantwortlich für das Projekt zeichnet die solarhybrid AG, die auf große Photovoltaik Anlagen mit mehreren Megawatt Leistung spezialisiert ist.

Insgesamt zeichnet die solarhybrid AG für Projekte in einem Umfang von 266 Megawatt verantwortlich. Dieses Projekt in Brandenburg ist nicht das erste, in dem die Betreibergesellschaft des Flughafens und die solarhybrid AG kooperieren. Auch ein Projekt auf dem Gelände des Flughafens Magdeburg-Cochstedt in Sachsen-Anhalt wurde von diesen beiden Partnern realisiert.

Strom für 48.000 Haushalte

Die Leistung von 145 Megawatt reicht, um 48.000 Haushalte in der Region mit Strom zu versorgen. Dazu wurden insgesamt 280 Millionen Euro investiert und 2000 Mitarbeiter beschäftigt. Deren Zahl wird nach Abschluss der Bauphase deutlich sinken, allerdings entstehen auch langfristig einige Arbeitsplätze. Neuhardenberg wird Standort einer neu zu gründenden Tochterfirma der solarhybrid AG, die auch für die Betreuung weiterer Anlagen in der Region verantwortlich sein wird. Geplant ist weiterhin, den Standort Neuhardenberg zu einem Zentrum für regenerative Energien auszubauen. Neben der Solarenergie sollen auch Wind und Biomasse genutzt werden. Möglich wurde die Umwidmung der Flächen, da Neuhardenberg nicht mehr als Ausweichflughafen für den neuen Berliner Airport vorgesehen ist, der im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll – oder auch später, wer weiß das bei diesem Flughafen schon so genau? Da keine Landungen großer Charter- und Linienmaschinen mehr vorgesehen sind, kann das Areal des Airports deutlich verkleinert werden.

Zahlreiche Projekte auf Flughafengeländen

Ehemalige Flughafengelände oder direkt angrenzende Flächen sind für die Photovoltaik aus zwei Gründen gut geeignet. Erstens gibt es dort nichts, was irgendwelche Schatten werfen könnte, und zweitens handelt es sich um Konversionsflächen, die bei der Förderung begünstigt werden. Anders als die meisten Konversionsflächen sind diese nicht mit Schadstoffen kontaminiert, was eine teure Sanierung erspart. Insgesamt wurden daher in den Jahren 2010 und 2011 acht Projekte mit einer Gesamtleistung von 218 Megawatt auf solchen Flächen realisiert. Kritisch anzumerken bleibt, dass belastete Konversionsflächen meist weiterhin brachliegen, während stattdessen landwirtschaftliche Flächen oder Naturflächen umgewidmet werden. Langfristig wäre es für die Bundesländer sehr wohl rentabel, diese Flächen zu sanieren und an Anlagenbetreiber zu verpachten. Ökologisch wäre das natürlich auch die bessere Alternative. Die Sanierung ist teuer und aus den Haushalten nicht direkt finanzierbar, aber sogar eine kreditfinanzierte Sanierung würde sich rechnen. Aber die Zeiten dafür scheinen schlecht zu sein. Anwohner solcher Flächen müssen wohl weiterhin damit leben, dass die Schuldenbremse bei ungünstigem Wind sehr unangenehm riecht.