Photovoltaik zur Warmwasserbereitung

Die Idee, Photovoltaik zum Heizen zu nutzen, mutet zunächst ein wenig paradox an. Als wesentlicher Vorteil der Photovoltaik wird allgemein angesehen, dass eine unmittelbare Umwandlung der Sonnenenergie in elektrischen Strom erfolgt. Dies ist der grundlegende Unterschied zur Solarthermie, bei der Sonnenlicht in Wärme umgewandelt wird. Dennoch kann der Umweg, Photovoltaikstrom zum Heizen zu nutzen, in speziellen Situationen sinnvoll sein.

Das Konzept von Centrosolar

Centrosolar vertreibt ein System, das den mittels Photovoltaik erzeugten Strom zum Betrieb einer Wärmepumpe nutzt. Diese Wärmepumpe arbeitet mit einer Arbeitszahl von 2,8, gibt also die 2,8-mal mehr Wärmeenergie ab als elektrische Energie benötigt wird. Die Wärmepumpe wird zur Warmwassererzeugung genutzt. Eine intelligente Energiesteuerung entscheidet selbständig darüber, wann der Solarstrom zum Betrieb der Wärmepumpe verwendet wird. Ist dies nicht erforderlich, kann der Strom zum Eigenverbrauch genutzt werden oder ins allgemeine Stromnetz eingespeist werden. Das Ziel des gesamten Konzepts liegt darin, eine Eigenverbrauchsquote nahe 100 Prozent zu erreichen.

Ist Eigenverbrauch wirklich rentabel?

Für im Jahr 2012 in Betrieb genommene Photovoltaikanlagen lohnt sich der Eigenverbrauch im Normalfall, da die Kostenersparnis durch den eingesparten Stromverbrauch meist höher als die Einspeisevergütung ist. Das Problem: Wird Strom aus der Photovoltaikanlage zum Heizen genutzt, dürfen als Vergleichsmaßstab nicht die eingesparten 24 Cent pro kWh Strom genutzt werden, sondern die deutlich niedrigeren Kosten für fossile Heizenergie. Diese liegen bei rund 6 Cent pro kWh. Selbst bei der Arbeitszahl von 2,8 werden also nur etwa 2,8 * 6 Cent = 16,8 Cent pro kWh eingespart. Das liegt unter der Einspeisevergütung.

Langfristig denken!

Auffallend ist, dass die gegen Warmwasserbereitung mittels Photovoltaik mit Recht vorgebrachten Argumente nicht technischer Natur sind. Vielmehr rechnet sich das Konzept aufgrund der hohen staatlichen Förderung von Photovoltaikstrom oftmals nicht. Die Rentabilität steigt, wenn die Einspeisevergütung sinkt oder die Kosten fossiler Energieträger steigen. Beides ist zukünftig zu erwarten, weswegen obige Rechnung schon in wenigen Jahren zu gänzlich anderen Ergebnissen führen kann.

Drei wichtige Entscheidungshilfen

  1. Das Konzept von Centrosolar rechnet sich nur, wenn die alte Heizung ohnehin ersetzt werden muss. Eine noch zufriedenstellend funktionierende Anlage zu ersetzen, ist gegenwärtig unrentabel.
  2. Wärmepumpen arbeiten umso effektiver, je niedriger die zu überwindende Temperaturdifferenz ist. Heizungen und Warmwasseranlagen in älteren Gebäuden benötigen oft eine sehr hohe Ausgangstemperatur des Wassers, hier arbeitet eine Wärmepumpe wenig effektiv. Ideale Bedingungen für das System von Centrosolar bieten gut isolierte Neubauten, idealerweise Passivhäuser.
  3. Wer sich für ein solches System entscheidet, wird weitgehend unabhängig von Entscheidungen der Politik und der Energiekonzerne. Insbesondere die Zukunft der Einspeisevergütung ist gegenwärtig unklar, weswegen eine Strategie in Richtung 100 Prozent Eigenverbrauch langfristig richtig sein kann. Diese Einschätzung muss allerdings aufgrund der Unwägbarkeiten jeder potenzielle Kunde selbst vornehmen.