EEG-Konto im Plus

Für die Einnahmen aus der EEG-Umlage sowie die daraus zu bestreitenden Ausgaben wurde ein spezielles EEG-Konto eingerichtet. Dieses Konto wies noch im Jahr 2013 durchgängig ein erhebliches Minus auf, seit Anfang 2014 ist der Kontostand jedoch durchgängig positiv. Am 1. August betrug das Guthaben etwas über eine Milliarde Euro. Gegenüber dem Vormonat ist es damit um rund eine halbe Milliarde Euro geschrumpft, was aber aufgrund der im Sommer stets hohen Ausgaben für den Solarstrom zu erwarten war. Aussagekräftiger ist daher der Vergleich mit dem Vorjahr. 2013 war das Konto zum gleichen Zeitpunkt mit 1,5 Milliarden Euro im Minus.

Sinkende EEG-Umlage für 2015 erwartet

Mitte Oktober wird jährlich die Höhe der EEG-Umlage für das nächste Jahr festgelegt. Diese hängt vom aktuellen Kontostand auf dem Umlagekonto sowie von der Prognose der Ausgabenentwicklung im nächsten Jahr ab. Beide Faktoren sprechen derzeit dafür, dass die Umlage moderat sinken könnte. Dies wäre eine Premiere, seit ihrer Einführung ist die EEG-Umlage in jedem Jahr gestiegen. In den letzten beiden Jahren stieg die Umlage 46,9 beziehungsweise um 18,2 Prozent. Die Rekordanstiege waren in den Jahren 2010 und 2011 mit 81,2 beziehungsweise 72,4 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt ist die EEG-Umlage von 2003 bis 2014 von 0,41 auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde gestiegen.

Die Gründe für den erwarteten Rückgang

Der Kontostand des EEG-Kontos ist nicht der wichtigste Grund dafür, dass jetzt erstmals eine sinkende EEG-Umlage in Aussicht steht. Zwar wird das Konto voraussichtlich auch im weiteren Jahresverlauf in den schwarzen Zahlen bleiben, aber ein solcher Puffer war bei der letzten Erhöhung der Umlage auch bewusst einkalkuliert worden. Viel wichtiger erscheint, dass der positive Kontostand erreicht wurde, bevor die aktuellen Neuregelungen im EEG wirksam wurden. Diese versprechen sowohl auf der Ausgabenseite als auch auf der Einnahmeseite weitere Entlastungen. Die Einnahmen werden infolge der Streichung der Industrieprivilegien für einige Branchen sowie der teilweisen Belastung des Eigenverbrauchs steigen. Auf der Ausgabenseite schlagen primär die reduzierten Fördersätze für Neuanlagen sowie die Pflicht zur Selbstvermarktung für größere Anlagen zu Buche. Für das Jahr 2015 werden diese Effekte vermutlich noch bescheiden ausfallen, weil sie bislang nur in die Prognosen eingehen. Optimisten rechnen daher auch jetzt bereits mit einer weiteren Senkung der Umlage im Jahr 2016, weil die Novelle des EEG sich dann auch in den realen Zahlen niederschlagen wird.

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