DIW: Quotenmodell zur Förderung erneuerbarer Energien kann nicht empfohlen werden

Nach Ansicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) ist ein Quotenmodell derzeit nicht zur Förderung erneuerbarer Energien geeignet. Stattdessen plädiert das DIW weiterhin für eine direkte Förderung, wie sie im EEG über die Einspeisevergütung umgesetzt wird. Das DIW verweist darauf, dass sich das EEG als sehr erfolgreich erwiesen hat, die gesamte Bandbreite erneuerbarer Energien effektiv voranzutreiben.

Spart ein Quotenmodell Kosten?

Dass das EEG bei der Förderung regenerativer Energien erfolgreich war, wird von keiner Seite bestritten. Die vorgegebenen Ausbauziele wurden sogar regelmäßig übererfüllt. Kritisiert wird jedoch, dass dies nur um den Preis hoher Kosten möglich gewesen sei, die von den Stromkunden aufzubringen seien. Insbesondere die FDP plädiert daher dafür, das EEG durch ein Quotenmodell zu ersetzen. In einem solchen Modell müssen Stromkonzerne eine Minimalquote an Ökostrom erfüllen. Die Einhaltung dieser Quote wird – ähnlich wie heute schon bei manchen Ökostrom Labels – durch Zertifikate nachgewiesen, die von Ökostromerzeugern zu erwerben sind. Dadurch entsteht ein Wettbewerb zwischen den Anbietern von grünem Strom, der nach Auffassung der Befürworter zu niedrigeren Preisen führen soll. Dieser Auffassung schließt sich das DIW nicht an. Zunächst wird darauf hingewiesen, dass mit dem Wegfall der gesicherten Einnahmen aus der Einspeisevergütung die Finanzierungskosten für Ökostrom Anlagen deutlich steigen werden. Heute werden solche Projekte von Banken aufgrund des geringen Risikos sehr günstig finanziert. Verwiesen wird darüber hinaus darauf, dass der sich zwangsläufig herausbildende Marktpreis für Ökostrom Zertifikate zu sehr hohen Gewinnen bei Anbietern mit geringen Erzeugungskosten führen wird. Auch in einem Quotenmodell müssen also teilweise sehr hohe Gewinne einzelner Anbieter von den Stromkunden getragen werden. Dies ist nach Ansicht des DIW ein wesentlicher Grund dafür, dass auch ein Quotenmodell nicht zu einer bedarfsgerechten Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien führen würde, sondern zu einer Fokussierung auf günstige Standorte, unabhängig vom regionalen Bedarf.

Der Kern der Auseinandersetzung

Jenseits der Diskussion um mögliche Nebenwirkungen von Quotenmodellen geht es letztlich um die Frage, ob denn wenigstens die tatsächlich beabsichtigte Wirkung eigentlich positiv zu bewerten ist. Beabsichtigt ist, dass sich die billigsten Produzenten von Ökostrom durchsetzen. Das liefe heute auf einen massiven Ausbau der Windenergie an Land hinaus, andere Technologien hätten keine Chance mehr. Das grundlegende Problem eines rein marktwirtschaftlichen Strommarktes ist nicht neu und existiert auch schon bei der konventionellen Stromerzeugung: In der Steckdose des Kunden kommt immer exakt dasselbe Produkt an, egal wo und wie der Strom erzeugt wurde. Umweltkosten oder sonstige gesellschaftliche Folgekosten tauchen nur dann in den Strompreisen auf, wenn sie per Gesetz künstlich eingepreist werden.