Bundesverband Energiespeicher gegründet (BVES)

Bereits im September 2012 hat sich der Bundesverband Energiespeicher (BVES) gegründet. Ziel des Verbandes ist es, möglichst alle im Bereich Energiespeicher tätigen Unternehmen als Mitglieder zu gewinnen. Auf diese Weise sollen intern Kontakt zwischen den Entscheidungsträgern verschiedener Unternehmen geknüpft werden und extern die Interessen der Branche besser vertreten werden. Gründungspräsident des neuen Verbandes ist Prof. Dr. Weber, der Leiter des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme. Schon im März 2012 hatte er auf der „Energy Storage Konferenz“ in Düsseldorf auf die Bedeutung einer Weiterentwicklung der Energiespeicher hingewiesen, insbesondere der Stromspeichertechnologie. Nur so sei es möglich, den Anteil des Stroms aus regenerativen Energien bei gleichzeitiger Versorgungssicherheit noch weiter zu steigern.

Koordination von Forschung, Wirtschaft und Politik

Der BVES sieht sich als Mittler zwischen Forschung, Industrie und Politik. Ziel ist die Etablierung eines stabilen Marktes, der den Unternehmen der Branche eine sichere Zukunftsperspektive eröffnet. Was hier so vornehm formuliert wird, dürfte in der Praxis zum großen Teil auf Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit hinauslaufen. Woran allerdings nicht das Geringste auszusetzen ist, denn in der politischen Diskussion über die Energiewende nehmen Speichertechnologien längst nicht die zentrale Stellung ein, die ihnen angesichts der technischen Bedeutung zukommt. Daher gehe es jetzt darum, „die Energiespeicherung als Energieressource neben der konventionellen und erneuerbaren Erzeugung zu etablieren“.

Förderung nach bekanntem Vorbild

Es zeichnet sich ab, dass der Ruf nach einer staatlichen Förderung von der Politik durchaus wahrgenommen wird. Geplant ist offenbar, bei der Förderung den bereits bekannten Mustern zu folgen. Solange Stromspeicher sich wirtschaftlich nicht rechnen, soll die Anschaffung subventioniert werden. So sehen zumindest die Pläne des Umweltministeriums aus. Noch in diesem Jahr – voraussichtlich ab Ostern – soll ein Fördertopf von mindestens 50 Millionen Euro zur Verfügung stehen, um Stromspeicher in Privathaushalten mit einer Photovoltaik Anlage zu fördern. Details sind noch nicht bekannt, aber den groben Rahmen hat das Ministerium bereits abgesteckt. Danach ist an eine Förderung von etwa 2.000 Euro pro Haushalt gedacht, der sich für ein Speichersystem entscheidet. Mit dem geplanten Fördervolumen könnten also etwa 25.000 Speicher subventioniert werden. Der BVES wird es gerne hören. Dieses Programm dürfte ziemlich exakt dem entsprechen, was mit „Etablierung eines Marktes“ gemeint ist.

Auch Wärmespeicher werden benötigt

Nicht übersehen werden sollte, dass Wärmespeicher eine ebenso große Bedeutung für die Energiewende besitzen. Hier fehlt es noch an günstigen saisonalen Speichern, um die im Sommer von einer Solarthermie Anlage erzeugte Wärme für den Winter zu speichern. Bislang wird in diesem Zusammenhang primär über riesige Wassertanks diskutiert, die sogar in der Erde vergraben werden sollen. Das Potenzial, das chemische Speiche und Latentspeicher bieten, ist längst noch nicht ausgeschöpft.