Im Extremfall schützt die Photovoltaik Versicherung vor Totalverlust

Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach birgt Risiken. Eine defekte Anlage kann zu einem Hausbrand führen, mehrere Ursachen sind hier denkbar. Zunächst erhitzen sich die Module im Betrieb stark, weswegen Schäden an der Isolierung erhebliche Gefahren bergen. Deutlich höhere Risiken gehen aber von der Stromleitung aus, die von den Photovoltaik Modulen zum Wechselrichter führt. Diese Leitung steht unter einer hohen elektrischen Spannung, weswegen defekte Kabel oder Steckverbindungen Schwelbrände oder sogar Bogenentladungen verursachen können. Aber selbst wenn die Anlage technisch vollkommen in Ordnung ist, wird sie zu einem ernsten Problem, wenn im Gebäude aus anderen Gründen ein Feuer ausbricht. Solange die Leitung unter Strom steht, stellt sie für die Feuerwehr eine erhebliche Gefahr dar. Ein Wasserstrahl leitet den Strom sehr gut und bedeutet Lebensgefahr, wenn er stromführende Komponenten trifft. Dieses Problem wiegt umso schwerer, da meist keine Pläne mit dem exakten Verlauf der Leitungen verfügbar sind. Zusätzlich wird die Arbeit der Feuerwehr durch weitere Probleme erschwert. An den glatten Oberflächen der Module gleitet Löschschaum schnell ab. Hinzu kommt, dass das Dach nicht mehr betreten werden kann.

Abschaltung bereitet Probleme

Auch eine Abschaltung der Photovoltaikanlage ist im Brandfall nicht problemlos möglich, solange die Solarmodule Strom produzieren. Das Problem ist damit von gänzlich anderer Natur als bei anderen Hochspannungsgeräten, die extern mit Strom versorgt werden. Die Stromquelle befindet sich im Ernstfall im brennenden Gebäude, es gibt also keine externe Zuleitung, die einfach gekappt werden könnte. Brandschutzexperten fordern daher, Photovoltaikanlagen mit einer Abschaltvorrichtung zu versehen, die eine Anlage im Brandfall automatisch abschaltet und zusätzlich über einen von außen zugänglichen Notfallschalter verfügt.

Eine Photovoltaik Versicherung deckt alle finanziellen Risiken ab

Zumindest die finanziellen Risiken können durch unterschiedliche Photovoltaik Versicherungen abgedeckt werden. Die Photovoltaik Allgefahrenversicherung entspricht in etwa einer Vollkaskoversicherung für das Auto: Sie deckt Schäden an der Anlage ab, auch die vollständige Zerstörung der Anlage. Darüber hinaus wird durch die Photovoltaik Versicherung der Nutzungsausfall abgesichert. Üblicherweise sehen die Policen hier einen Entschädigungsbetrag vor, der pro Kilowatt Nennleistung und pro Tag gezahlt wird. Schäden, die am eigenen Gebäude verursacht werden, können als Haftungserweiterung zusätzlich versichert werden. Eine Photovoltaik Versicherung deckt darüber hinaus die Kosten der Demontage und gegebenenfalls der Löscharbeiten ab. Optional versicherbar sind zudem Schäden, die durch die Photovoltaikanlage Dritten zugefügt werden. Solche Schäden können beispielsweise durch herabfallende Teile verursacht werden. Denkbar ist auch, dass ein defekter Wechselrichter Schäden an der Installation des Stromversorgers verursacht. Derartige Schäden sollten über eine Betreiberhaftpflichtversicherung für Photovoltaikanlagen abgesichert werden.

Ein Hinweis zur Gebäudeversicherung

Auch wer eine separate Photovoltaik Versicherung abschließt, sollte seine bestehende Gebäudeversicherung über die Installation der Anlage informieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Gebäudeversicherung im Brandfall die Zahlung wegen einer nicht angezeigten Erhöhung des Risikos verweigert. Ob das rechtens wäre, müsste im Einzelfall gerichtlich überprüft werden. Ärger bedeutet es in jedem Fall.