Der neue Photovoltaik-Speicherpass: Was er belegt – und was nicht

Der Photovoltaik-Speicherpass wurde gemeinsam vom Bundesverband der Solarwirtschaft und vom Zentralverband der Elektro- und Informationstechnischen Handwerke entwickelt. Im Wesentlichen handelt es sich bei diesem Speicherpass um ein standardisiertes Übergabeprotokoll, in dem der ausführende Handwerksbetrieb dokumentiert, welche Komponenten eingesetzt wurden und welche Arbeiten ausgeführt wurden.

Was der Speicherpass belegt – und was nicht

Mit dem Speicherpass (Webseite) weist der Besitzer der Anlage nach, dass die Montage fachgerecht durchgeführt wurde. Üblicherweise wird dies bislang durch eine entsprechende separate Erklärung des Montagebetriebs nachgewiesen. Ein solcher Nachweis ist beispielsweise für die Beantragung von Fördermitteln aus dem Speicher-Förderprogramm des Bundes erforderlich. Darüber hinaus muss die fachgerechte Montage gegenüber dem Netzbetreiber und meist auch gegenüber der Gebäude- beziehungsweise Photovoltaikversicherung nachgewiesen werden. Die KfW und auch einige Versicherungsgesellschaften haben bereits angekündigt, den Speicherpass als Nachweis zu akzeptieren. Der Speicherpass ist jedoch kein Gütesiegel, das irgendetwas über die Qualität des vom Kunden gekauften Stromspeichers aussagt. Zwar enthält er eine Reihe von Bestätigungen, dass die Anlage allen für den Netzanschluss erforderlichen Bedingungen genügt. Außerdem werden dem Pass gewöhnlich auch die Qualitätszertifikate des Herstellers beigefügt. Es findet jedoch keine unabhängige Prüfung der Herstellerangaben statt. Dieses Vorgehen ist durchaus üblich. Auch die Autowerkstatt bestätigt nur, dass sie Originalteile verbaut hat, prüft aber nicht deren Qualität.

Dokumentation und Rechtssicherheit

Der Speicherpass schafft in erster Linie Rechtssicherheit, wie das der schon länger bekannte Anlagenpass im Fall der Solaranlage tut. Der Montagebetrieb kann im Streitfall nachweisen, welche Arbeiten er ausgeführt hat. Darüber hinaus wird die Inbetriebnahme dokumentiert. Damit kann nachgewiesen werden, dass die Anlage zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden ordnungsgemäß funktioniert hat. Der Kunde kann mit dem Pass nachweisen, für welche durchgeführten Arbeiten der Montagebetrieb eine Gewährleistung übernehmen muss. Sollte die Anlage einen Schaden verursachen, kann der Kunde darüber hinaus nachweisen, dass er für eine fachgerechte Montage gesorgt hat. Daneben übernimmt der Speicherpass auch die Funktion der technischen Anlagendokumentation. Im Fall einer Störung ist eine genaue Dokumentation der Anlage erforderlich, um die Ursache der Störung schnell lokalisieren zu können. Der Speicherpass enthält also nichts wirklich Neues. Eine Anlagendokumentation, ein Übergabeprotokoll, eine Checkliste der durchgeführten Arbeiten und ein Prüfprotokoll waren auch bislang schon selbstverständlich. Der Speicherpass vereinheitlicht diese gesamte Dokumentation, damit nicht jeder Handwerksbetrieb mit eigenen Vordrucken arbeiten muss.

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