Photovoltaik Diebstahl: Datenbank hilft bei der Suche nach gestohlenen Solarmodulen

Meldungen über Diebstähle von Solarmodulen und Wechselrichtern nehmen in letzter Zeit zu, insbesondere große Freiflächenanlagen sind betroffen. Die Handelsplattform SecondSol hat sich zum Ziel gesetzt, Dieben den Wiederverkauf der Beute zu erschweren. Zu diesem Zweck können gestohlene Komponenten dort mit einer genauen Beschreibung registriert werden, möglichst unter Angabe der Seriennummern. Die Datenbank www.pv-diebstahl.de ist allgemein zugänglich, sodass Käufer gebrauchter Module leicht überprüfen können, ob diese dort registriert sind. Eine Meldung gestohlener Produkte ist online oder schriftlich möglich.

Eine bewährte Idee

Neu ist die Idee nicht, Diebe mittels der Seriennummern der gestohlenen Teile zu überführen. Bislang funktioniert das allerdings nur in konkreten Verdachtsfällen. Ermittlungsbehörden vergleichen in solchen Fällen die Identifikationsnummer verdächtiger Komponenten mit den vom Eigentümer gespeicherten Nummern. Das setzt allerdings voraus, dass nicht nur ein allgemeiner Diebstahlverdacht besteht, sondern auch eine konkrete Vermutung, wer der rechtmäßige Eigentümer ist. In der Praxis hat sich dieses Verfahren bei Großdiebstählen auf Freiflächenanlagen bewährt. Auf diese Weise konnte einer der bisher größten Diebstähle von Solarmodulen schnell aufgeklärt werden. In Großräschen (Brandenburg) wurden mehr als 300 Module einer Freiflächenanlage entwendet. Der größte Teil der Beute konnte kurz darauf sichergestellt und anhand der Seriennummern eindeutig der Photovoltaikanlage zugeordnet werden, als die Module in Transportern über die polnische Grenze gebracht werden sollten. Der Fall verdeutlicht auch, dass Diebstähle von Photovoltaik Modulen zunehmend von gut organisierten Banden verübt werden. In kurzer Zeit wurden mehr als 300 Module demontiert und abtransportiert. Allein das Gesamtgewicht von über sechs Tonnen erfordert eine erhebliche Planung und Organisation.

Höhere Effizienz durch eine Datenbank

Die von SecondSol ins Leben gerufene Datenbank weist den großen Vorteil auf, dass eine routinemäßige Kontrolle verdächtiger Photovoltaik Module möglich ist. Im oben geschilderten Fall war eine schnelle Aufklärung nur möglich, weil die Anzahl der an der Grenze abgefangenen Solarmodule es einfach machte, den rechtmäßigen Besitzer zu ermitteln. Bei fünf Modulen einer kleinen Dachanlage wäre das nicht möglich gewesen. Damit diese Idee funktioniert, ist es allerdings erforderlich, dass eine große Zahl der von Diebstählen betroffenen Anlagenbesitzern ihre Komponenten tatsächlich registriert. Ganz uneigennützig ist diese Initiative von Secondsol übrigens nicht. Secondsol ist eine Onlineplattform, über die sowohl neue als auch gebrauchte Module verkauft werden können. Es liegt also im Eigeninteresse des Anbieters, eine Prüfung der gehandelten Ware vornehmen zu können.

Eine Gefährdungsstatistik soll erstellt werden

Anders als beispielsweise über Autodiebstähle liegen über Diebstähle von Solarmodulen keine detaillierten bundesweiten Statistiken vor. Mit der neuen Datenbank soll erstmals ermöglicht werden, statistisch belastbare Aussagen darüber zu treffen, Module welcher Hersteller bei Dieben besonders begehrt sind und in welchen Regionen die professionellen Banden hauptsächlich aktiv sind. Allerdings gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Diebe –ähnlich wie Autodiebe – spezielle Marken bevorzugen. Besonders gefährdet scheinen größere Freiflächenanlagen zu sein, die sich außerhalb von Ortschaften befinden.

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