Milk the Sun geht als Marktplatz für Photovoltaik-Projekte online

Der Onlinehandel erreicht nun auch die Photovoltaik. Mit milkthesun.com geht eine Internetplattform online, die Besitzer von Anlagen, Grundstückbesitzer und Projektentwickler mit Investoren zusammenbringt. Das erklärte Anliegen der Betreiber ist es, Vermarktungskosten durch die Vermeidung marktüblicher Maklerketten deutlich zu senken. Das Portal beschränkt sich dabei auf die Rolle des Kontaktvermittlers, alle Verträge werden außerhalb des Portals zwischen den Parteien direkt geschlossen.

Auch Projektrechte können angeboten werden

Angeboten werden können über Milk the Sun nicht nur bestehende Anlagen und verfügbare Flächen, sondern auch Projektrechte. Dieser Begriff wird von den Betreibern sehr weit gefasst, er umfasst neben Baugenehmigungen auch Planungsunterlagen und Rentabilitätsstudien. Auch hier beschränken sich die Betreiber ausschließlich auf die Rolle des Vermittlers und nehmen keinerlei inhaltliche oder juristische Prüfung vor.

Unverbindliches Testen ausdrücklich erwünscht

Interessenten wird es leicht gemacht, als Anbieter oder potenzieller Investor die Dienstleistungen von Milk the Sun unverbindlich zu testen. Dafür sorgt zunächst, dass die Anmeldung und die Veröffentlichung eines Angebots kostenlos sind. Auch sind Nutzer nicht verpflichtet, ihre Angebote exklusiv auf dem Portal zu veröffentlichen. Ein für Makler und Vermittler nicht selbstverständliches Entgegenkommen, das vermutlich zum Erfolg des Projekts beitragen wird.

Kosten nur bei Vertragsabschluss

Für Anbieter ist die Nutzung des Onlineportals vollkommen kostenlos. Von Käufern wird bei Vertragsabschluss eine Provision erhoben, die sich für bereits fertiggestellte Photovoltaikanlagen auf einen Cent pro Watt Nennleistung beläuft. Bei Vertragsabschlüssen über Projektrechte oder Flächen für Photovoltaikanlagen fallen deutlich niedrigere Provisionen an.

Interesse muss nachgewiesen werden

Kostenlose Portale bergen die Gefahr, dass sich auch User ohne wirklich ernsthaftes Interesse registrieren. Teils aus bloßer Neugier, teils um Verwirrung zu stiften und nicht ernst gemeinte Angebote abzugeben. Aus diesem Grund unterzieht Milk the Sun alle Kaufanfragen von potenziellen Interessenten einer Überprüfung, bei der ein echtes Kaufinteresse nachgewiesen werden muss. Wie diese Prüfung im Detail abläuft, verraten die AGB der Seite allerdings nicht. Wirksamer dürfte vermutlich die Hürde sein, dass bei der Anforderung der detaillierten Projektunterlagen einer Gebühr in Höhe von 10 Prozent der zu erwartenden Provision bei einem Vertragsabschluss erhoben wird. Im Falle eines Abschlusses wird die Zahlung auf die Provision angerechnet.

Fazit: Eine innovative Idee!

Das sah offenbar auch die Jury der „12. Leipziger Elevator Pitch Night“ so, die das Projekt als innovativste Geschäftsidee auszeichnete. In der Tat gibt es wenig zu bemängeln. Abzuwarten bleibt lediglich, wie gut das Versprechen eingelöst werden kann, vertrauliche Projektunterlagen nur an seriöse Interessenten weiterzuleiten.

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