Ikea plant den Verkauf von kompletten Photovoltaiksystemen in UK

Ikea wird in Großbritannien künftig komplette Photovoltaiksysteme anbieten. Zu diesem Zweck kooperiert das Unternehmen mit dem chinesischen Anbieter Hanergy, dessen Dünnschichtmodule auf diesem Weg vertrieben werden sollen. Möglicherweise handelt es sich bei dieser Aktion um einen Test, dem vergleichbare Maßnahmen in anderen Ländern folgen werden. Hanergy besitzt Tochterunternehmen in den USA und zahlreichen europäischen Ländern, in denen Ikea ebenfalls vertreten ist. Einer Ausdehnung dieses Angebots steht also nichts im Wege. Das neue Angebot wird von Ikea UK intensiv beworben, mehr als 70.000 Haushalten sind die Photovoltaiksysteme von Hanergy bereits empfohlen worden.

Standortanalyse und Service inklusive

Den britischen Kunden wird ein Komplettpaket angeboten, das auch den gesamten Service umfasst. Dazu gehören eine Standortanalyse, eine Beratung sowie die Installation und die Wartung der Photovoltaik Anlage. Was die Beratung anbelangt, ist der Anfang allerdings nicht sehr ermutigend. Versprochen werden Einsparungen von bis zu 40 Prozent der Stromkosten, was doch nach einer sehr optimistischen Schätzung klingt.

Ein Discounter Angebot?

Die genauen Preise für die Photovoltaik Komplettpakete sind noch nicht veröffentlicht, aber vieles deutet darauf hin, dass es sich um ein konkurrenzlos günstiges Angebot handeln dürfte. Dafür spricht zunächst die Verwendung von Dünnschichtmodulen. Wie der Name schon andeutet, benötigen diese Module keine massiven Wafer aus Silizium, sondern arbeiten mit dünnen aufgedampften Schichten. Das geht zulasten des Wirkungsgrades, reduziert aber die Herstellungskosten beträchtlich. Die Produktionskosten für solche Module betragen meist rund ein Drittel der Produktionskosten der Module mit kristallinem Silizium. Für britische Wetterverhältnisse sind Dünnschichtmodule bestens geeignet, ihre Leistungseinbußen bei diffusem Licht sind deutlich geringer als die kristalliner Module. Auch die Montagekosten werden sich vermutlich in niedrigen preislichen Regionen bewegen, die für einen Privathaushalt bei individueller Beauftragung unerreichbar sind. Ikea wird Rahmenverträge mit entsprechenden Anbietern schließen. Das Unternehmen ist dafür bekannt, mit seinen Zulieferern sehr günstige Konditionen auszuhandeln.

Hanergy glaubt an den britischen Photovoltaik Markt

Damit steht der chinesische Konzern allerdings ziemlich allein da. Die angebotenen Anlagen fallen in das Segment der Kleinanlagen, für die auch in Großbritannien eine feste Vergütung für eingespeisten Strom gezahlt wird, ähnlich der deutschen Einspeisevergütung. Nach einer deutlichen Absenkung dieser Vergütung zum 01. August brach die Nachfrage dramatisch ein, dennoch wurde für den 01. November bereits der nächste Kürzungsschritt angekündigt. Der Optimismus scheint daher nur gerechtfertigt, wenn Hanergy und Ikea mit ihrem Angebot tatsächlich in neue Preisregionen vorstoßen.

Bildquelle: Richard Huber unter CC BY-SA 3.0