Für Solon und Solar Millennium wurde das Insolvenzverfahren eröffnet

Für zwei Unternehmen der Solarbranche wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Damit werden die wirtschaftlichen Probleme der Solarbranche erneut deutlich vor Augen geführt. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit den jüngst beschlossenen Kürzungen der Solarförderung besteht jedoch nicht, die beiden betroffenen Unternehmen Solon und Solar Millennium befinden sich schon länger in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Solon SE offenbar gerettet

Die Insolvenzordnung soll die Weiterführung von betroffenen Unternehmen ermöglichen, eine Insolvenz muss nicht das endgültige Aus für ein Unternehmen bedeuten. Das funktioniert längst nicht immer, aber im Fall Solon SE scheint eine Rettung nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gelungen zu sein. Und das sogar sehr schnell. Noch am Tag der Eröffnung des Insolvenzverfahrens durch das Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg legte das arabisch-indische Unternehmen Microsol ein verbindliches Kaufangebot vor, wodurch die Pleite abgewendet wurde. Immerhin 90 Prozent der Arbeitsplätze sollen so erhalten bleiben. Der Zeitpunkt dieses Kaufangebots ist nicht zufällig gewählt. Ein früheres Angebot war aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht möglich. Untätig war man indes im Vorfeld nicht: Sogar die kartellrechtliche Genehmigung für die Übernahme wurde bereits eingeholt. Für die meisten Mitarbeiter und auch für die Gläubiger des insolventen Unternehmens, deren Forderungen aus dem Kaufpreis bedient werden, zeichnet sich also ein Happy End ab. Verlierer sind die Aktionäre, sie gehen leer aus.

Keine guten Nachrichten für Solar Millennium

Solar Millennium hatte ebenfalls bereits im Dezember einen Insolvenzantrag gestellt, seitdem wird mit möglichen Käufern verhandelt. Allerdings bislang ohne Erfolg, weswegen jetzt allen Mitarbeitern gekündigt werden musste. Solar Millennium ist auf große Solarthermie Kraftwerke spezialisiert und führt mehrere Projekte in Spanien und in den USA durch. Für einige dieser Projekte wurden Käufer gefunden, an weiteren Projekten scheint ebenfalls ein Kaufinteresse seitens verschiedener Investoren zu bestehen. Kein Interesse scheint hingegen an einer Übernahme des gesamten Unternehmens zu bestehen. Das mag auch an der höchst unübersichtlichen Struktur des Unternehmens liegen, das aus 60 Projektgesellschaften besteht, die gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern betrieben werden. Auch die Gläubigerstruktur ist höchst heterogen. Neben den Aktionären gehören dazu auch Inhaber von Fondsanteilen und Anleihen, die zur Finanzierung unterschiedlicher Projekte ausgegeben wurden. Schlechte Aussichten bestehen für die Aktionäre, die nach Einschätzung des Insolvenzverwalters auch hier leer ausgehen werden. Besser sind die Aussichten der Fonds – und Anleihenbesitzer, die unverzüglich ihre Forderungen anmelden sollten. Probleme stehen auch den ehemals Unternehmensverantwortlichen ins Haus. Der Insolvenzverwalter und die Gläubigervertreter prüfen private Haftungsansprüche, wobei sich letztgenannte auf eine zu optimistische Darstellung der Geschäftszahlen berufen und daher Prospekthaftungsklagen prüfen.

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