Energiemanagement im Fokus von SMA

Der Wechselrichterhersteller SMA will sein Geschäftsmodell grundlegend ändern. Bisher ist das Unternehmen primär als einer der Weltmarktführer im Bereich Wechselrichter bekannt, künftig sollen den Kunden komplette Lösungen für das Energiemanagement angeboten werden. Anders als zahlreiche Anbieter von Solarmodulen dürfte SMA den richtigen Zeitpunkt zur Anpassung des Geschäftsmodells noch nicht verpasst haben. Im letzten Jahr brach der operative Gewinn zwar um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr ein, aber anders als in anderen Branchen ist das eine alles andere als schlechte Nachricht – überhaupt noch einen Gewinn zu erzielen, ist in der europäischen Solarbranche derzeit eine sehr gute Nachricht. SMA brachte es im Jahr 2012 immerhin noch auf mehr als 100 Millionen Euro Gewinn.

Gute Aussichten

SMA profitiert sicherlich davon, dass die Billigkonkurrenz im Bereich Wechselrichter nicht so dominierend ist wie bei den Solarmodulen. Zwar bieten auch Billiganbieter Wechselrichter an, aber die Qualitätsunterschiede sind noch relativ groß. Außerdem können Kunden leichter von hochwertigen Produkten überzeugt werden. Auf die Wechselrichter entfällt nur ein kleiner Teil der Kosten einer Photovoltaikanlage, weswegen sich billige Modelle mit schlechteren Wirkungsgraden einfach nicht rechnen. Aber SMA hat auch darüber hinaus in der Vergangenheit einiges richtig gemacht, was sich nicht nur ausgezahlt hat, sondern auch jetzt die Erschließung neuer Geschäftsfelder erleichtert. Mit weltweit 21 Niederlassungen ist man auf allen wichtigen Märkten vertreten. Auf diese Weise sichert sich das Unternehmen auch einen gewissen Informationsvorsprung. Nationale Sonderregelungen wie das deutsche Einspeisemanagement kennen auch andere Länder, frühzeitige Informationen sind für Hersteller von entscheidender Bedeutung. So konnte sich SMA beispielsweise wichtige Aufträge für große Solarkraftwerke in den USA sichern, weil es spezielle Wechselrichter für den US-Markt frühzeitig anbieten konnte. Darüber hinaus hat man einige Beteiligungen an lokalen Herstellern erworben, die sich als überaus wertvoll erweisen. Immer mehr Länder setzen bei der Solarförderung auf Local-Content-Klauseln, also die Bevorzugung von Produkten aus einheimischer Produktion. Unternehmensbeteiligungen helfen vor allem auf kleineren Märkten, wo sich der Aufbau eigener Produktionskapazitäten nicht lohnt.

Erste Produkte wurden schon vorgestellt

Auf dem Weg zum Anbieter von Komplettlösungen für das Energiemanagement hat SMA schon erste Produkte vorgestellt. Das System „SMA Smart Home“ bietet eine intelligente Steuerung von Geräten in Privathaushalten, basierend auf Ertrags- und Verbrauchsprognosen. Gegenwärtig wird daran gearbeitet, dieses System durch eine enge Kooperation mit Herstellern von Haushaltsgeräten und Wärmepumpen noch zu erweitern. Primäre Zielgruppe von SMA sind gegenwärtig jedoch kommerzielle Stromerzeuger. In diesem Bereich bietet SMA beispielsweise intelligente Steuerungen für Hybridsysteme an, in denen Solarmodule und Dieselgeneratoren kombiniert sind.