Renewable Energy Exhibition: PV Speicherlösung von Bosch

Auf der Renewable Energy Exhibition in Lyon hat Bosch Power Tec eine Speicherlösung für private Photovoltaikanlagen vorgestellt. Die unter der Bezeichnung VS 5 Hybrid vertriebenen Speicher verfügen über eine Kapazität zwischen 8,8 und 13,2 Kilowattstunden, was für private Haushalte mehr als ausreichend ist. Primäre Aufgabe solcher Speicher ist es, den an sonnigen Tagen tagsüber produzierten Strom abends selbst verbrauchen zu können. Im typischen Vierpersonenhaushalt genügt dazu eine Speicherkapazität von vier bis fünf Kilowattstunden. Mit dem vorgestellten Speicher werden Privathaushalte im Sommer nahezu vollständig unabhängig von externen Stromlieferungen. Der Eigenverbrauch kann, abhängig von der Leistung der Module, auf mehr als 75 Prozent gesteigert werden.

Eine Hightech-Lösung

Der Speicher nutzt einen Lithium-Ionen-Akku. Diese Akkus haben gegenüber Blei-Akkus deutliche Vorteile. Sie sind wartungsarm, halten sehr viel mehr Ladezyklen aus und kommen so auf eine deutlich längere Lebensdauer. Bosch gewährt eine Garantie von fünf Jahren und dürfte damit auf der sicheren Seite liegen. Lithium-Ionen-Akkus können durchaus 20 Jahre durchhalten, abhängig von der Häufigkeit der Aufladungen beziehungsweise Entladungen. Potenziell sind sie jedoch für Überhitzungen anfällig, die nicht nur Schäden am Speicher verursachen, sondern auch eine erhöhte Brandgefahr bedeuten. Das Problem kann mittlerweile durch eine elektronische Steuerung behoben werden. Bosch bedient sich hier bekannter Verfahren, die sich in der Luftfahrt und im Fahrzeugbau als hochgradig sicher erwiesen haben. Damit dürfte der VS 5 Hybrid zu den besten verfügbaren Speicherlösungen gehören, was sich allerdings auch im Preis niederschlägt: Etwa 20.000 Euro sind für den Hightech-Speicher fällig.

Rechnet sich das?

Nach Angaben des Herstellers kann sich diese Investition langfristig bei hohem Stromverbrauch rechnen. Dem kann man sich nur schwerlich anschließen. Selbst unter vollkommen unrealistischen Annahmen geht die Rechnung nicht auf: Angenommen, es werden jeden Tag 10 Kilowattstunden gespeichert und anschließend selbst verbraucht, also auch im Winter. In 20 Jahren summiert sich der selbst verbrauchte Strom dann auf 73.000 Kilowattstunden. Ferner sei angenommen, ohne Speicher gäbe es gar keinen Eigenverbrauch und der gesamte Strom würde ins Netz eingespeist. Dann müsste der Eigenverbrauch gegenüber der Einspeisung einen finanziellen Vorteil von rund 27,4 Cent pro Kilowattstunde einbringen, um am Ende 20.000 Euro gespart zu haben. Unter halbwegs realistischen Annahmen fiele das Ergebnis noch erheblich schlechter aus. Wie sich das langfristig rechnen soll, erschließt sich wirklich nicht. Aber es ist keine neue Erkenntnis, dass die Kosten momentan das größte Problem dezentraler Speicherlösungen sind.