Neuentwicklung: Automatische Abschaltung von Solarmodulen

Bosch hat eine neue Abschaltvorrichtung für Photovoltaikanlagen vorgestellt, die nach Angaben des Unternehmens für alle kristallinen Module geeignet ist. Das System ermöglicht es, einzelne Module gezielt spannungsfrei zu schalten und beinhaltet auch eine automatische Notfallabschaltung. Ähnliche Notabschaltungssysteme werden auf dem Markt bereits angeboten, allerdings hat Bosch Solar deren Funktionsumfang in dem neuen System erheblich erweitert.

Besonderheiten der Abschaltung

So ist beispielsweise die Möglichkeit einer Fernsteuerung vorgesehen, die es der Brandmeldezentrale erlaubt, die PV-Anlage direkt abzuschalten, wenn ein Notruf eingeht. Wurde die Anlage lediglich vorsorglich aus Sicherheitsgründen abgeschaltet, fährt das neue System sie anschließend automatisch wieder hoch. Mehr oder minder als Nebeneffekt kann das System auch den Ertrag der Photovoltaikanlage steigern. Sind in einem Modulstrang einzelne Module verschattet, werden diese bereits in bestehenden Anlagen automatisch durch Bypass-Dioden überbrückt. Das ist erforderlich, weil verschattete Photovoltaik Module einen hohen elektrischen Widerstand aufweisen und sich daher zu stark erhitzen, wenn sie von Strom durchflossen werden. Letztlich geschieht bei einer solchen Überbrückung dasselbe wie bei einer Notfallabschaltung eines Moduls, das Modul wird spannungsfrei geschaltet. Daher nutzt Bosch seine neue Notfallabschaltung auch zu diesem Zweck. Nach Angaben des Unternehmens treten dabei deutlich geringere thermische Verluste auf als bei den bislang eingesetzten Schottky-Dioden.

Bosch steigt aus der Modulherstellung aus

Ende März gab Bosch bekannt, aus der Produktion kristalliner Solarmodule spätestens 2014 aussteigen zu wollen. Gegenwärtig läuft jedoch nicht nur der normale Geschäftsbetrieb unverändert weiter, sondern es werden auch noch laufende Entwicklungsprojekte abgeschlossen. Neben dem neuen Abschaltsystem hat das Unternehmen aktuell auch eine neue Serie von Hochleistungsmodulen vorgestellt. Unklar ist gegenwärtig noch, was mit diesen Patenten und den Produktionsstandorten geschehen soll. Bosch möchte die komplette Solarsparte verkaufen und ist gegenwärtig auf der Suche nach Interessenten. Ein Interessent hat sich bereits gemeldet, der Teile dieses Geschäftsbereichs zwar gerne übernehmen möchte, allerdings nicht bezahlen kann: Solarworld. Dessen Chef Asbeck vertritt einen eigenartigen Standpunkt: „Warum sollen wir etwas finanzieren, das Bosch schließen will?“. Aber geschenkt würde er die Produktionsstandorte schon gerne übernehmen, lässt er wissen. Solarworld befindet sich selbst in ernsten finanziellen Schwierigkeiten. Dieses Angebot dürfte vermutlich weder Bosch noch die rund 3.000 von der Schließung betroffenen Mitarbeitern allzu hoffnungsvoll stimmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass sich für ein Solarunternehmen kein Käufer findet. Das Unternehmen Schott fand bei der Aufgabe seines Solargeschäfts ebenfalls keinen Käufer und schenkte seine Patente daher dem Fraunhofer Institut.

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