Kontrolle von PV-Anlagen: Per Thermografie Fehler erkennen

Eine Photovoltaikanlage muss perfekt funktionieren, damit sich die Investition amortisiert. Insbesondere die jüngsten Kürzungen der Solarförderung haben die Gewinnspanne deutlich reduziert, fehlerhafte Anlagen erweisen sich so schnell als Verlustgeschäft. Die Thermografie bietet die Möglichkeit, eine Prüfung der Leistungsfähigkeit der Anlage schnell und preiswert durchzuführen. Dabei wird eine Wärmebild der Anlage erstellt, das präzise Rückschlüsse auf defekte Module oder auch fehlerhafte Stellen in Modulen erlaubt.

Thermografie erkennt Wärmeunterschiede

Bei einer thermografischen Untersuchung wird ein Infrarotbild der zu untersuchenden Anlage erstellt. Nahezu alle Fehler in PV-Anlagen lassen sich auf diese Weise aufspüren, da die fehlerhaften Stellen wärmer sind als die intakten. Fehler in der Elektronik der Anlage führen dazu, dass lokal der elektrische Widerstand zunimmt und es so zu einer räumlich scharf begrenzten Aufheizung kommt. Auf diese Weise lassen sich sowohl Risse im Wafer als auch fehlerhafte Kontakte zwischen einzelnen Modulen lokalisieren. Auch undichte Module mit Wassereintritt werden so entdeckt. Eher als Nebeneffekt, der insbesondere für große Freiflächenanlagen sehr willkommen ist, können auch starke kleinflächige Verschmutzungen der Oberfläche erkannt werden. Der Grund ist auch hier derselbe: Ein verminderter Eintritt von Sonneneinstrahlung erhöht den elektrischen Widerstand.

Thermografie mit dem Hubschrauber

Der Anbieter nbay-energie bietet thermografische Scans mithilfe eines Hubschraubers an. Die Vorteile dieses Vorgehens sind offensichtlich: Die Anlagen können aus einem günstigen Winkel aufgenommen werden und die gesamte Anlage passt auf ein Bild. Letzteres ist von Bedeutung, da nur dann die Aufnahmen auch in einem etwaigen Gerichtsverfahren verwendet werden können. Aus diesem Grund werden die thermografischen Untersuchungen auch von einer Gutachterin mit der entsprechenden staatlichen Zulassung durchgeführt. Durch den Einsatz des Hubschraubers konnten die Kosten des Verfahrens soweit gesenkt werden, dass auch kleine Dachanlagen zu wirtschaftlich vernünftigen Konditionen untersucht werden können. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 200 Euro.

Hubschrauber im Messeinsatz, Elektrische Messung einer Photovoltaikanlage, Fehler: Blitzschlag (70 Meter von der Anlage entfernt), Messung eines ausgefallenen Wechselrichters

 

Wann sollte eine Untersuchung durchgeführt werden?

Unmittelbar nach der Inbetriebnahme kann auf diese Weise der einwandfreie Zustand der Photovoltaikanlage beweissicher dokumentiert werden. Das liegt nicht nur im Interesse des Montagebetriebs, sondern auch in dem des Kunden. Dieser kann so bei einem späteren Schadensfall den einwandfreien Zustand der Anlage gegenüber der Versicherung nachweisen. Auch vor Ablauf der Garantiezeit empfiehlt sich eine Kontrolle der PV-Anlage. Darüber hinaus sollte die Anlage einer solchen Kontrolle unterzogen werden, wenn ein Leistungsabfall bemerkt wird. Im Falle größerer Anlagen auf Freiflächen kann sich auch eine regelmäßige Routinekontrolle ohne speziellen Anlass durchaus rentieren. Die Verluste durch verminderte Leistung können sich bei solchen Anlagen auf mehrere tausend Euro im Jahr summieren.

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Bildquellen: nbay-energie

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