Installateur haftet für Mängel an der Solaranlage

Diese Nachricht dürfte vor allem kleinere Handwerksbetriebe irritieren, wenn sie sich nicht schon vorher ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt haben. Ein Hersteller von Solaranlagen wird verkauft oder meldet Insolvenz an. Sobald ab diesem Zeitpunkt ein Garantieanspruch besteht, können sich die Kunden an den Installateur wenden.

Während der gesetzlichen Gewährleistung ist somit der Installateur haftbar. Dies geht aus Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hervor. Laut den Experten sind Käufer und Installateur Vertragspartner. Normalerweise kauft der potenzielle Kunde seine komplette Solaranlage bei einem Installateur (Handwerksbetrieb) und lässt sich diese auch von ihm montieren und in Betrieb nehmen. Enthalten sind darin alle Komponenten.

Dabei kann es durchaus vorkommen, dass Wechselrichter und Module von zwei verschiedenen Herstellern kommen. Dies ist beileibe keine Seltenheit.

Unterschiedliche Gewährleistungsfristen

Während der gesetzlichen Gewährleistungsfrist ist der Installateur haftbar und muss für eine einwandfreie Funktion der Anlage sorgen. Der Anlagenbetreiber kann bei einem Mangel eine Beseitigung dessen fordern. Die gesetzliche Gewährleistung ist allerdings, abhängig vom System, sehr unterschiedlich. So sind es zum Beispiel bei „Auf-Dach-Anlagen“ zwei Jahre und bei „In-Dach-Anlagen“ ganze fünf Jahre. Ein sehr langer Zeitraum und nicht selten kommt es zu einem Defekt innerhalb diesen Zeitraums.

Sobald allerdings dieser Zeitraum abgelaufen ist, kann der Installateur nicht mehr dafür haftbar gemacht werden. Reklamationen sind dann nur noch auf freiwilliger Basis seitens des Modulherstellers möglich. Vor allem für kleinere Handwerksbetriebe ist die Arbeit mit der Sonne sehr schwierig. Sie müssen in diesem Fall darauf hoffen, dass der Hersteller der Module und der Wechselrichter nicht in Insolvenz geht oder verkauft wird.