Building Integrated Photovoltaics (BIPV)

Building Integrated Photovoltaics (BIPV) verfolgt eine einfache Idee: Die Photovoltaik Module sollen nicht am bereits fertiggestellten Gebäude montiert werden, sondern bereits beim Bau Teile des Gebäudes ersetzen. In Betracht kommen Dachziegel, Fassaden und unterschiedliche Verschattungselemente, die von vornherein als Solarmodule konstruiert werden können.

TÜV SÜD entwickelt Zertifikat für BIPV

Die so konstruierten Module müssen zusätzlich alle Bedingungen erfüllen, die an die Komponenten gestellt sind, die sie ersetzen sollen. Insbesondere müssen alle Anforderungen der Baustatik und des Brandschutzes erfüllt sein. Fassaden hoher Gebäude müssen darüber hinaus Sicherheitsbestimmungen erfüllen, also unter allen denkbaren Wetterbedingungen die erforderliche Stabilität aufweisen. Alle diese Anforderungen sind mittlerweile durch die EU einheitlich festgeschrieben worden. Zu prüfen, ob Komponenten der BIPV diese Bedingungen tatsächlich erfüllen, stellt nicht nur private Bauherren vor erhebliche Herausforderungen, sondern auch Architekten und Installationsbetriebe. Abhilfe schafft ein neues Zertifikat des TÜV SÜD, mit dem genau das bestätigt wird. Als erstes Produkt wurde ein Photovoltaik-Dachziegel des Herstellers Monier mit diesem Zertifikat ausgezeichnet. Das Produkt wird in verschiedenen Ländern unter unterschiedlichen Markennamen vertrieben. In Deutschland lautet die Produktbezeichnung „Braas Photovoltaik Indach Premium“, in Großbritannien „Redland Solar PV Tile“.

Erfolgreiches BIPV Projekt in der Schweiz

In Zürich wird erfolgreich demonstriert, dass BIPV nicht nur beim Neubau von Gebäuden eine Rolle spielen kann, sondern auch bei einer anstehenden Sanierung. Zwei Gebäude mit einer Höhe von je 60 Metern werden dort mit einer umlaufenden Photovoltaik-Fassade versehen. Die Sanierung des ersten Gebäudes ist bereits vollständig abgeschlossen. Zum Einsatz kommen Dünnschichtmodule des Herstellers Sharp. Wie bei der BIPV üblich, geht es nicht nur um die Stromerzeugung, sondern auch um den dauerhaften Schutz der Gebäude. Dies ist einer der Gründe, warum man sich für eine einheitliche Lösung für alle vier Seiten der Gebäude entschieden hat, obwohl die Stromausbeute selbstverständlich nicht auf allen Seiten gleich hoch ist.

Hersteller hoffen auf Förderung

Gebäudeintegrierte Solarfassaden dienen nicht nur der Stromerzeugung, sondern auch der Gebäudedämmung. Der Stromertrag ist bei den senkrecht installierten Modulen allerdings geringer als bei solchen, die optimal auf die Sonne ausgerichtet sind. Einige Hersteller hoffen offenbar auf eine spezielle Förderung für solche Systeme. Umweltminister Altmaier besichtigte kürzlich die Solarfassade der Rhein-Main-Deponie, einer Recyclinganlage in Hessen. Bei der Anlage handelt es sich um eine individuelle Anfertigung des Unternehmens MAGE SUNOVATION. Dessen Geschäftsführer ließ erwartungsgemäß die Gelegenheit nicht ungenutzt, um „Unterstützung aus der Politik“ für die BIPV zu werben. Gemeint ist vermutlich die Art von Unterstützung, die sich in Euro und Cent bemisst.