Umfrage: Kein Stopp der Förderung von erneuerbaren Energien

Die Initiative „Erneuerbare Energiewende Jetzt“ hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid mit einer Umfrage beauftragt, um die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung zu messen. Mehr als 1000 repräsentativ ausgewählte Bürger wurden befragt, zwei Drittel von ihnen bewerten einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien als „außerordentlich wichtig“ oder „sehr wichtig“. Selbst im verbleibenden Drittel befinden sich die Gegner der Energiewende noch in der Minderheit. Die übergroße Mehrheit findet hier die Energiewende immerhin noch „wichtig“. Insgesamt bewerten nur sechs Prozent der Befragten die Energiewende als wenig oder überhaupt nicht wichtig.

Zustimmung aus allen politischen Lagern

Die Zustimmung zu einer weiteren Förderung der erneuerbaren Energien ist gemäß dieser Umfrage unter Anhängern aller im Bundestag vertretenen Parteien sehr groß. An der Spitze liegen erwartungsgemäß die Wähler der Grünen, von denen sich 90 Prozent für eine weitere Förderung aussprechen. Bei allen anderen Parteien liegt der Anteil der Befürworter zwischen 70 und 80 Prozent. Eher eine Randnotiz ist, dass in den Ergebnissen die Anhänger der FDP unter „Sonstige“ subsumiert werden mussten – unter den Befragten fanden sich nicht genügend FDP-Anhänger, um statistisch belastbare Aussagen treffen zu können.

Umfrageboom vor der Wahl

Regelmäßig der Wahlen erleben die demoskopischen Institute einen wahren Boom. Zahlreiche Interessenverbände geben Umfragen in Auftrag, um den Parteien den vermeintlichen oder tatsächlichen „Wählerwillen“ vor Augen zu führen. Auch diese Umfrage bildet keine Ausnahme, sie liefert ziemlich genau das Ergebnis, das sich der Auftraggeber gewünscht hat. Vieles hängt von der Formulierung der Fragen ab. Wer würde die Frage, ob die Kosten der Energiewende gerecht verteilt werden sollen, schon mit einem Nein beantworten? Beeindruckend demonstriert hat den Einfluss der Formulierung der Fragen auf das Ergebnis kürzlich eines der großen demoskopischen Institute, das zwei Mal die inhaltlich exakt gleiche Frage stellte. Die Befragten wurden um eine Beurteilung „der aktuellen Regierung aus CDU, CSU und FDP“ und um eine Beurteilung „der aktuellen Regierung unter Kanzlerin Angela Merkel“ gebeten. Bei der ersten Formulierung gab es weniger als 30 Prozent gute Beurteilungen, bei der zweiten nahezu 60 Prozent.

Zu den Fakten

Streng genommen ist die Frage nach einer weiteren Förderung über die Einspeisevergütung in Hinblick auf die Kosten für den Verbraucher allenfalls zweitrangig. Die EEG-Umlage wird maßgeblich durch Förderzusagen aus der Vergangenheit bestimmt, als die Einspeisevergütung noch deutlich höher war. Neue Anlagen machen nur noch einen sehr geringen Teil der Kosten aus. Abzuwehren ist aus Sicht der Befürworter der Förderung erneuerbarer Energien daher in erster Linie die Idee des Bundesumweltministers, im Rahmen der „Strompreisbremse“ rückwirkend die Förderung bestehender Anlagen zu kürzen.

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