Clement fordert ein Quotenmodell wie in den USA

Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident von NRW und ehemaliger Bundeswirtschaftsminister, ist mittlerweile Kuratoriumsvorsitzender der INSM (Initiative neue soziale Marktwirtschaft). In dieser Funktion hat er sich nun auch zum Thema Energiewende geäußert. Er fordert, die Förderung der regenerativen Energien künftig nicht mehr über eine Einspeisevergütung, sondern über eine Quotenregelung „wie in Amerika“ zu organisieren. Ähnliche Modelle gibt es zudem in Schweden, Italien oder Großbritannien. In den USA selber gibt es kein einheitliches Quotenmodell, sondern eine recht unübersichtliche Förderlandschaft auf einzelstaatlicher Ebene. Einige Bundesstaaten, wie beispielsweise Texas, bedienen sich in der Tat eines Quotenmodells, andere hingegen nicht.

Wie funktionieren Quotenmodelle?

Die grundlegende Idee ist einfach: Der Staat gibt eine minimale Quote an Strom aus erneuerbaren Energien vor, bei deren Unterschreitung Strafzahlungen fällig werden. Ansonsten greift er nicht ein. Da man einmal ins Netz eingespeisten Strom nicht mehr nach seiner Herkunft unterscheiden kann, wird das Einhalten der Quote über Zertifikate nachgewiesen. Betreiber von Anlagen zur Stromerzeugung aus regenerativen Energien erhalten für ihren ins Netz eingespeisten Strom Zertifikate, die frei handelbar sind. Diese Betreiber erhalten keine weiteren Subventionen und bieten ihren Strom zu den marktüblichen Konditionen an der Strombörse an. Dieser Marktpreis deckt nicht ihre Kosten, erst mit dem Verkauf der Zertifikate können sie schwarze Zahlen schreiben. Im Kern wird also ein separates Segment im Strommarkt erzeugt. Der Staat garantiert eine Mindestabnahmemenge an Strom aus regenerativen Energien, macht aber keine konkreten Vorgaben hinsichtlich der Technologien. Innerhalb dieses Segments findet ein Wettbewerb der verschiedenen Anbieter und Technologien statt, in dem sich die besten Lösungen durchsetzen sollen

Theorie und Praxis

Quotenmodelle setzen also darauf, dass sich im freien Wettbewerb stets die besten Lösungen durchsetzen. Zumindest bei der INSM glaubt man nach wie vor fest daran. In der Praxis stoßen Quotenmodelle allerdings auf Probleme. Zunächst können große Energiekonzerne auf den Gedanken kommen, nicht auf die besten Lösungen zu setzen, sondern ausschließlich auf eigene. Hat ein großer Stromkonzern erst einen riesigen offshore Windpark in der Nordsee gebaut, werden ihn auch die besten Alternativen kaum mehr interessieren. Quotenmodelle erlauben es den Monopolisten also, ihre Marktstellung zu festigen und kleine Anbieter vom Markt fernzuhalten. Mittelständischen Anbietern fehlt es an Investitionssicherheit, wenn sie vom Wohlwollen der Großkonzerne abhängen. Ein zweites Problem ist eher diffiziler Natur: Wer ist eigentlich quotenverpflichtet? In der Praxis sind das nicht die Stromerzeuger, sondern die Stromhändler. Diese schlagen den Preis der Zertifikate auf ihre Preise auf. Dieses Detail ist durchaus wichtig, denn so beeinflussen die Kosten der Zertifikate nicht den Börsenpreis für Strom, sondern werden zwischen dem Ankauf an der Strombörse und dem Verkauf an den Verbraucher aufgeschlagen. Schön für die Großkunden, die ihren Strom direkt zu Großhandelspreise einkaufen!

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