Photovoltaik Zubau in 2013

Der Zubau der Photovoltaik in Deutschland ist im Jahr 2013 dramatisch eingebrochen. Insgesamt sind 3,3 Gigawatt neu ans Netz gegangen, was nicht nur gegenüber dem Vorjahr einen Einbruch um mehr als die Hälfte bedeutet. Über mehrere Jahre war der Zubau bis einschließlich 2012 mit rund 7,5 Gigawatt weitgehend konstant geblieben.

Besonders Großanlagen sind betroffen

Vergleichsweise moderat fiel der Zubau im Segment der Kleinanlagen bis zehn Kilowatt aus, hier war nur ein Rückgang um 12 Prozent zu verzeichnen. Am anderen Ende der Größenskala verlief der Einbruch dagegen dramatisch. Der Zubau von Solarkraftwerken mit einer Leistung vom mehr als einen Megawatt ging um rund zwei Drittel zurück. Aber selbst diese Zahl beschreibt den Einbruch nur unzureichend. Die meisten der in diesem Segment noch neu gebauten Anlagen waren Überhänge aus dem Vorjahr, im Laufe des Jahres brach der Zubau nahezu vollständig ein. Dies war eine Folge des Auslaufens der Förderung für solche Großanlagen. Die Förderung kleinerer Anlagen wurde zwar nicht vollständig eingestellt, aber auch hier sank die Einspeisevergütung etwa doppelt so schnell wie die Anschaffungskosten dieser Anlagen. Dazu hat beigetragen, dass im Jahr 2013 der langjährige Abwärtstrend der Modulpreise erstmals gestoppt wurde. Die Preise für europäische Module stabilisierten sich, bei den besonders billigen Importen aus China war sogar ein leichter Aufwärtstrend zu verzeichnen. Der dadurch reduzierte Zubau wirkte sich auf die monatliche Degression der Einspeisevergütung jedoch kurzfristig nicht aus, da diese anhand der Durchschnittswerte des Zubaus der letzten zwölf Monate ermittelt wird.

An der falschen Stelle gebremst?

Auf den ersten Blick scheint die Politik mit den Ergebnissen der letzten Änderungen der Solarförderung zufrieden sein zu können. Erstmals ist es gelungen, den tatsächlichen Zubau auf das angestrebte Niveau zu drücken. Beim zweiten Hinsehen zeigt sich ein differenzierteres Bild. Es gab im Wesentlichen zwei Gründe dafür, dass ein jährlicher Zubau von 7,5 Gigawatt als zu hoch angesehen wurde: die Kosten und die Probleme mit der Netzstabilität aufgrund der schwankenden Einspeisung. Ausgebremst wurde der Zubau aber exakt in dem Segment, das diesbezüglich die wenigsten Probleme bereitet. Große Solarkraftwerke sind nicht nur die mit Abstand billigsten Stromerzeuger, sondern erbringen auch Dienstleistungen zur Stabilisierung der Netze. Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Einspeisevergütung kann man es vereinfacht so zusammenfassen, dass Großanlagen die Einspeisevergütung senken, während kleine Dachanlagen sie in die Höhe treiben. Dem Rückgang des Zubaus um 55 Prozent stehen also bei Weitem keine Einsparungen in gleicher Höhe gegenüber.

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