PV Expo in Tokio - Die größte Photovoltaik-Messe Japans

Am 27. Februar wurde in Tokio die PV Expo eröffnet, die größte Photovoltaik-Messe Japans. Nahezu 600 Aussteller nehmen an dieser Messe teil, wofür es nachvollziehbare Gründe gibt. Japan gehört zu den wichtigsten Wachstumsmärkten der Photovoltaik, seit die Katastrophe in Fukushima ein Umdenken im Land ausgelöst hat. Gegenwärtig bietet das Land Investoren die weltweit höchste Einspeisevergütung für Solarstrom. Auch die im Frühjahr anstehenden Kürzungen der Förderung werden nichts daran ändern, dass Japan zu den weltweit interessantesten Standorten für Photovoltaikanlagen zählt. Es ist also nahezu selbstverständlich, dass auch deutsche Unternehmen in Tokio präsent sind, beispielsweise Solarworld und SMA.

Verlagerung der Märkte

Im Kern klingen die Stellungnahmen der Unternehmen auf der PV Expo alle ähnlich, gleich in welchem Land oder Erdteil die Unternehmen ansässig sind: Angesichts schrumpfender klassischer Märkte in den USA und Europa setzt man verstärkt auf Wachstumsmärkte in anderen Teilen der Welt. Japan gehört dazu, im laufenden Jahr wird mit einem Zubau von etwa drei bis vier Gigawatt gerechnet. Das klingt im Weltmaßstab nicht allzu bedeutend, allerdings gehört Japan damit zu den größten Kunden. Die weltweite Nachfrage verteilt sich auf zahlreiche relativ kleine Märkte in Asien, Afrika und Südamerika. Deutschland ist mit einem aktuellen Zubau von 7,5 Gigawatt einer der wenigen großen Absatzmärkte. Ansonsten ist der Weltmarkt dadurch geprägt, dass nahezu alle Länder, die es sich leisten können, allmählich in eher bescheidenem Umfang in die Photovoltaik einsteigen. Größere Photovoltaik-Kraftwerke wurden zuletzt beispielsweise in Kasachstan, Ghana, Peru und Nigeria errichtet.

Die PV Expo als Umschlagplatz

Aus diesem Grund haben die Teilnehmer an der PV Expo auch längst nicht nur den japanischen Markt im Visier. Die Ausstellung ist ein Treffpunkt von Anbietern und potenziellen Kunden aus der ganzen Welt, der Veranstaltungsort ist nahezu nebensächlich. Und wenngleich aus zahlreichen Ländern positive Signale kommen, ändert das nichts daran, dass die Mehrzahl der Aussteller schlicht ums wirtschaftliche Überleben kämpft. Die weltweiten Produktionskapazitäten sind gegenwärtig rund doppelt so hoch wie die Nachfrage. Das trifft nicht nur die Modulhersteller, sondern auch den Maschinenbau und andere Anbieter von Produktionstechniken. Niemand baut mehr Produktionskapazitäten auf oder aus, der weltweite Umsatz sank in diesem Segment im Vorjahr um 72 Prozent. Schätzungen sagen voraus, dass von den reinen Produktionsbetrieben – seien es Zulieferer oder Modulhersteller – nur etwa ein Drittel die nächsten Jahre überstehen wird. Die Zukunft gehört Anbietern, die Ländern wie den oben genannten schlüsselfertige Gesamtkonzepte anbieten können. Nicht zufällig sind auf der PV Expo zahlreiche Systemanbieter und Projektfinanzierer vertreten.