Photovoltaik-Sicherheitstagung im September - Gefahren bei Montage und Betrieb

Am 19. und am 20. September findet in Berlin die erste deutsche Tagung der Photovoltaikbranche statt, die sich ausschließlich mit Fragen der Sicherheit beschäftigt. Die Zahl der Schäden und Unfälle hat in den letzten Jahren nach Auskunft der Versicherungen deutlich zugenommen, was primär an der rasch wachsenden Zahl der Anlagen liegt. Mittlerweile liefern in Deutschland mehr als eine Millionen Photovoltaikanlagen Strom, weswegen auch erste belastbare Statistiken über typische Schadensursachen vorliegen. Am häufigsten treten Sturm- und Brandschäden auf. Auch Überspannungsschäden und Schäden infolge einer zu hohen Schneelast tauchen in den Statistiken weit oben auf.

Planung und Installation sind Schwerpunkte der Tagung

Schäden an Photovoltaikanlagen sind oft auf Fehler bei der Planung oder der Montage zurückzuführen. Ein Schwerpunkt der Tagung in Berlin liegt darauf, auf typische Fehler und Gefahren bei der Montage hinzuweisen. Bei den mechanischen Komponenten ist die häufigste Fehlerquelle schnell ausgemacht: Oft kommen minderwertige Bauteile zum Einsatz. Das Montagegestell und dessen Befestigung am Dach sind dauerhaft starken Kräften und wechselnden Wetterbedingungen ausgesetzt. Nicht alle Materialien sind geeignet, diesen Anforderungen über mehr als 20 Jahre standzuhalten. Vielfältiger sind die Schadensursachen beim elektrischen Teil der Installation. Überraschend häufig kommt es bereits in der Planung der Verkabelung zu Fehlern. Die häufigste Folge solcher Fehler besteht in einer deutlichen Ertragsminderung, aber vereinzelt kommt es auch zu gefährlichen Unfällen. Auch ein fehlender oder ein fehlerhafter Blitzschutz ist eine relativ häufige Schadensursache. Und schließlich spielt auch hier die Wahl der Komponenten eine wichtige Rolle. Nicht alle Kabel sind zur Verlegung auf dem Dach geeignet. Oft fehlt es an der Witterungsbeständigkeit oder dem Schutz gegen Tierbiss.

Illegale Direkteinspeisung

Überraschend ist, dass die Tagung dem Thema der illegalen direkten Einspeisung von Solarstrom ins Hausnetz einen eigenen Schwerpunkt widmet. In zahlreichen Ländern dürfen kleine Photovoltaikanlagen betrieben werden, die ihren Strom über eine Steckdose direkt ins Hausnetz einspeisen. In Deutschland ist das nicht zulässig, aber selbstverständlich ist es in Zeiten des Internethandels kein Problem, solche Anlagen im Ausland zu kaufen. Offizielle Zahlen über das Ausmaß des Problems liegen nicht vor. Die Organisatoren der Berliner Tagung gehen aber offenbar davon aus, dass es sich um ein nicht mehr vernachlässigbares Thema handelt. In der Tat verstehen es die Anbieter solcher Systeme, den deutschen Markt in ihrer Werbung gezielt anzusprechen. Die Anlagen werden als einfacher Weg zur dezentralen Stromversorgung angepriesen, ihr Verbot wird als politische Einflussnahme zugunsten der Lobby der Stromkonzerne diffamiert. Unter diesen Umständen ist es vielleicht tatsächlich keine schlechte Idee, die Gefahren einer nicht abschaltbaren Stromquelle am Hausnetz nochmals zu verdeutlichen.

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