World Energy Outlook 2013 veröffentlicht

Die Internationale Energie Agentur IEA hat ihren jährlichen Report „World Energy Outlook“ veröffentlicht. Dieser gilt als die wichtigste regelmäßige Publikation der IEA und dient Entscheidungsträgern weltweit als wichtige Informationsquelle zu aktuellen Entwicklungen im Bereich der Energieversorgung.

 

In den letzten Jahren zeichnete sich bereits ein moderater Kurswechsel der IEA ab, erneuerbare Energien wurden zunehmend als wichtige Säule der Energieversorgung angesehen. Erstmals wurde im letzten Jahr sogar die Energiewende in Deutschland als „vorbildlich“ angesehen, die IEA ging damit vorsichtig auf Distanz zu den Positionen der großen Energiekonzerne. Dieser Trend setzt sich im World Energy Outlook 2013 fort. Die große Abhängigkeit von fossilen Energieträgern stellt aus Sicht der IEA eine der zentralen Herausforderungen der näheren Zukunft dar.

Neue Fördermethoden helfen nur kurzfristig

Gegenwärtig scheint der Trend der rasch steigenden Energiekosten gebrochen. Auf der Stromrechnung merken Verbraucher in Deutschland zwar nichts davon, aber an der Tankstelle sehr wohl. Benzin ist so billig, wie schon lange nicht mehr. Nach Ansicht der IEA handelt es sich dabei aber lediglich um einen kurzfristigen Effekt, der durch neue Fördermethoden wie die Gewinnung von Schieferöl ausgelöst wird. Langfristig könne sich dieser kurzfristige Boom sogar negativ auswirken, weil zahlreiche Länder wieder verstärkt auf fossile Energieträger setzen. Der gegenwärtige weltweite Anteil der fossilen Energieträger an der gesamten Energieversorgung von 82 Prozent wird daher nur langsam sinken. Für 2025 prognostiziert die IEA noch einen Anteil von 75 Prozent. Als Indiz für die verstärkte Rückbesinnung auf fossile Energien wird auch gewertet, dass die Subventionen dieser Energieträger im Jahr 2012 mit 544 Milliarden Dollar einen neuen Höchststand erreichten.

Der Aufwand der Öl- und Gasförderung steigt ständig

Die neuen Fördermethoden sind nicht nur teuer, sie verursachen auch ökologische Schäden, die in keinem Verhältnis mehr zu den geförderten Mengen stehen. Fracking hat einige Regionen der USA mittlerweile faktisch unbewohnbar gemacht, weil die in den Boden gepressten Lösungsmittel das Grundwasser kontaminieren. Um die Ölfelder der Arktis ist ein internationaler Streit entbrannt, seit einige davon infolge des schmelzenden Eises zugänglich geworden sind. Russland reklamiert einige der in internationalen Gewässern liegenden Förderzonen für sich und beruft sich dabei auf unterseeische Ausläufer seiner Landmasse, womit der Rest der Welt erwartungsgemäß nicht einverstanden ist. Wer immer diese Ölfelder ausbeuten will, muss dafür zunächst mit hohem Aufwand neue Fördermethoden entwickeln, der Erfolg ist derzeit noch höchst ungewiss. Sicher ist allerdings, dass die ökologischen Auswirkungen gravierend sein werden. Ein sehr hoher Aufwand angesichts der Tatsache, dass die dort vermuteten Ölreserven den weltweiten Bedarf für nicht einmal zwei Jahre decken werden.

 

Bild: World Energy Outlook 2013 - Executive Summary - German version

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