Wachstum bei der Produktion von Solarzellen in 2011

Die weltweite Produktion von Solarzellen wuchs auch im vergangenen Jahr deutlich an und bescherte der Branche eine Wachstumsrate, die in den meisten anderen Industriezweigen vollkommen unerreichbar ist. Dennoch ist die Welt für die deutsche Solarbranche alles andere als in Ordnung. Das hat im Wesentlichen drei Gründe. Erstens wachsen die Produktionskapazitäten weltweit noch immer erheblich schneller als der Gesamtmarkt. Zweitens ist die Produktion von Solarmodulen mittlerweile zu einem Standardverfahren geworden, das problemlos auch in Niedriglohnländern durchgeführt werden kann. Drittens steht auf den Hauptmärkten Deutschland und Italien eine deutliche Kürzung der Solarförderung ins Haus, die zu einem Einbruch der Nachfrage führen kann.

Die Zahlen im Einzelnen

Im Jahr 2011 belief sich die weltweite Produktion von Solarzellen gemäß einer von PHOTON international vorgenommenen Marktbeobachtung auf 37,2 Gigawatt. Gegenüber dem Vorjahr, in dem 27,4 Gigawatt produziert wurden, bedeutet dies einen Anstieg um 36 Prozent. Diese beeindruckende Zahl relativiert sich bei Betrachtung des früheren Wachstums: Im Jahr 2010 wuchs dir Produktion gegenüber 2009 noch um 120 Prozent an. Auch für das Jahr 2012 wird von den Herstellern noch ein deutliches Wachstum auf 52,5 Gigawatt erwartet. Und auch dies ist eine scheinbar gute Nachricht für die Hersteller der Solarmodule, die sich auf den zweiten Blick relativiert: Die Unternehmen der Branche planen weltweit einen Ausbau ihrer Produktionskapazitäten auf 69 Gigawatt. Die Überkapazität könnte sogar noch deutlich höher ausfallen. Nicht alle Experten teilen die optimistische Einschätzung der Hersteller, dass der Markt auf 52,5 Gigawatt anwachsen wird.

China dominiert

Unter den zehn größten Herstellern sind sechs chinesische Anbieter, darunter der wiederholte Spitzenreiter Suntech Power. Zwei Plätze in den Top Ten gehen an Taiwan, zwei an die USA. Europa ist in der Riege der größten Hersteller nicht mehr vertreten. Im Jahr 2012 werden gemäß der Prognose von PHOTON die ersten fünf Plätze von chinesischen Firmen eingenommen werden.

Ist die Politik am Zug?

Steht die Politik angesichts dieser chinesischen Dominanz unter Zugzwang? Die entscheidende Frage lautet, ob die extrem niedrigen Preise der chinesischen Hersteller durch illegale Subventionen ermöglicht werden. Die USA bejahen dies und haben Strafzölle auf Importe auch China verhängt. In Europa ist die Lage noch unklar und wird zusätzlich dadurch verkompliziert, dass europäische und chinesische Hersteller mittlerweile eng verflochten sind. Vereinzelte kritische Stimmen sind aus der Politik zu hören. So fordert Thüringens Wirtschaftsminister Machnig, für Solarmodule deutscher Hersteller eine höhere Einspeisevergütung zu zahlen als für importierte Module. Auf allzu viel Resonanz scheint die Idee bislang aber nicht zu stoßen.

Bildquelle der Grafik: Photon

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