Voraussichtlich rund 300 Megawatt Photovoltaik Zubau im März

Die Bundesnetzagentur wird in den nächsten Tagen ihre Zahlen zum Zubau der Photovoltaik im März 2013 veröffentlichen. Inoffiziell sind die Zahlen bereits bekannt geworden, sie weisen für den März einen Photovoltaik Zubau von fast 300 Megawatt aus. Damit beträgt der gesamte Zubau im ersten Quartal etwa 790 Megawatt.

Kaum Rückschlüsse möglich

Wirklich belastbare Prognosen für das gesamte Jahr 2013 lassen sich aus diesen Zahlen nicht ableiten. Auf den ersten Blick scheint sich ein massiver Einbruch anzudeuten, denn im ersten Quartal des Vorjahres wurden nahezu 2.000 Megawatt zugebaut. Dies war jedoch auf einen starken Vorzieheffekt zurückzuführen, da damals massive Kürzungen der Solarförderung diskutiert wurden. Im Jahr 2010 wurden im ersten Quartal 717 Megawatt zugebaut, im gleichen Zeitraum des Jahres 2011 waren es 513 Megawatt. Auf das Gesamtjahresergebnis hatten diese Schwankungen in den jeweils ersten drei Monaten jedoch keinen Einfluss, am Ende des Jahres stand in den Jahren 2010, 2011 und 2012 stets ein Zubau von etwa 7,5 Gigawatt. Ob die für das Jahr 2013 angestrebte deutliche Reduzierung des Zubaus gelingt, entscheidet sich erst in den nächsten Monaten. Der Anteil des ersten Quartals am jährlichen Gesamtzubau ist schlicht zu gering, um jetzt schon verlässliche Prognosen erstellen zu können.

Widersprüchliche Zahlen

Man kann das Gewicht einer Banane auch bestimmen, indem man sie einem Elefanten zu fressen gibt und den Elefanten vorher und nachher wiegt. Und man kann den Zubau im Monat März auch bestimmen, indem man im Anlagenregister die gesamte in Deutschland installierte Leistung von Ende Februar mit der von Ende März vergleicht. Ende März wies das Anlagenregister einen Gesamtbestand von 33,41 Gigawatt aus, Ende Februar waren es 32,88 Gigawatt. Die Differenz beträgt also 530 Megawatt, was mit dem gemeldeten Zubau von knapp 300 Megawatt offensichtlich überhaupt nicht übereinstimmt. Das Problem besteht darin, dass beide Zahlen auf unterschiedlichen Daten basieren. Die Zubauzahlen werden direkt aus den Meldungen der Anlagenbesitzer bei der Bundesnetzagentur bestimmt. Die Besitzer der Anlagen nehmen diese Meldungen selbst über ein Onlineportal vor, wobei es zu Fehlern kommen kann. Versehentliche Doppelmeldungen kommen ebenso vor wie Eingabefehler bei der Leistung der Anlage. Eine zuverlässige Überprüfung der Meldungen findet nicht satt. Der Gesamtbestand der Anlagen wird hingegen aus den Zahlen der Netzbetreiber ermittelt. Hier tauchen Anlagen bisweilen erst mit einem Verzug von einigen Monaten auf. Es kann also durchaus sein, dass im Januar oder Februar in Betrieb genommene Anlagen im Anlagenbestand Ende Februar noch nicht auftauchten und die ermittelte Differenz daher zu groß ist. Keine der beiden ermittelten Zahlen ist also wirklich zuverlässig. Kaum zu glauben, dass dieser unbefriedigende Zustand seit Jahren bekannt und noch immer nicht abgestellt ist.