Steigende Materialkosten in 2013: Auswirkungen auf die Modulpreise

Die Nachfrage nach polykristallinem Silizium steigt weltweit. Die Produktionskapazitäten der großen Hersteller waren 2013 nicht nur ausgelastet, es kam sogar zu Engpässen bei der Herstellung. Im Sommer 2013 erreichte der Preis für dieses wichtige Rohmaterial bei der Herstellung von Solarmodulen einen Tiefstand, weniger als 16,50 Dollar mussten die Produzenten für ein Kilogramm Polysilizium zahlen. Seitdem steigt der Preis kontinuierlich. Im zweiten Halbjahr 2013 lag der Durchschnittspreis bereits bei 17,50 Dollar, erste Zahlen aus dem Januar 2014 deuten auf einen aktuellen Preis von 18,50 Dollar hin. Es spricht vieles dafür, dass in naher Zukunft die Grenze von 20 Dollar erreicht werden wird.

Auswirkungen auf die Modulpreisentwicklung

Bis ins Jahr 2012 fielen die Preise für Solarmodule ständig, im letzten Jahr stabilisierten sich die Preise. Bei den Importen auch China war sogar ein leichter Preisanstieg festzustellen, während die Module aus europäischer Herstellung nochmals um rund sieben Prozent billiger wurden. Die Preisentwicklung im Jahr 2014 kann heute kaum seriös prognostiziert werden, weil zu viele Einflussfaktoren nur vage geschätzt werden können. Sicher scheint zu sein, dass die steigenden Siliziumpreise sich auf der ersten Stufe der Herstellungskette – also bei den Wafern - unmittelbar auswirken werden. Die Preise für Wafer folgen den Rohmaterialkosten sehr eng, sie vollziehen also die Preissteigerungen des Polysiliziums nach. Umgerechnet wird das auf eine Preissteigerung von etwa einem Cent pro Watt hinauslaufen. Für die Hersteller der Solarmodule bedeutet das, dass die Produktionskosten um etwa denselben Betrag steigen. Schwer vorhersehbar ist allerdings, in wie weit diese Kosten an den Endkunden weitergereicht werden können.

Wo Preismodelle versagen

Insbesondere der europäische Markt für Solarmodule unterliegt zahlreichen externen Einflussfaktoren, weswegen marktwirtschaftliche Modelle zu Prognose der Preisentwicklung schlicht versagen. Der Handelsstreit zwischen der EU und China wurde durch einen Kompromiss beigelegt, der den chinesischen Herstellern einerseits Mindestpreise und andererseits Obergrenzen für die Exportmengen in die EU auferlegte. In der Folge stiegen die Preise für chinesische Importe leicht, während die Preise für europäische Module weiter fielen. Der einst riesige Preisunterschied sank so auf rund 20 Prozent. Ende 2013 zeigten die Importbeschränkungen tatsächlich Wirkung, aber entgegen der Planung profitierten davon nicht die europäischen Hersteller. Der japanische Markt brach ein, weswegen Hersteller aus anderen asiatischen Ländern auf den europäischen Markt drängten, um diesen Absatzrückgang zu kompensieren. Einige davon produzierten bis dahin nahezu ausschließlich für den japanischen Markt und waren in Europa nahezu unbekannt. Der Markteintritt dieser Hersteller erfolgte im letzten Quartal 2013 ähnlich rasant wir das Auftauchen der chinesischen Hersteller im Jahr 2006. Es ist kaum absehbar, wie sich dies auf die Preise auswirken wird.

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