Solarstromerzeugung steigt im ersten Quartal 2012 auf 3,9 Milliarden Kilowattstunden

Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW-Solar) meldet, dass die Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen in Deutschland erneut gestiegen ist. Im ersten Quartal 2012 wurden 3,9 Milliarden Kilowattstunden produziert, was einem Anstieg um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Anteil des Solarstroms am Gesamtverbrauch ist damit auf rund vier Prozent gestiegen. Wirklich überraschen kann diese neuerliche Rekordmeldung angesichts des Rekordzubaus von nahezu 7,5 Gigawatt im letzten Jahr nicht, der Anstieg der Strommenge entspricht dem Anstieg der installierten Leistung.

Gedämpfter Jubel der Branche

Die Mitteilung des BSW-Solar ist weit entfernt von dem euphorischen Tonfall, in dem solche Rekorde üblicherweise vermeldet werden. Das liegt einerseits daran, dass sich die Solarbranche angesichts einer Reihe von Insolvenzen gegenwärtig tatsächlich nicht in Feierlaune befindet. Andererseits hat der Branchenverband die Hoffnung noch nicht ganz begraben, zumindest Teile der aktuellen Kürzungen der Solarförderung über den Vermittlungsausschuss doch noch kippen zu können. Ein zu optimistischer Tonfall wäre da eher kontraproduktiv.

Fairer Internationaler Wettbewerb gefordert

Neu ist, dass die Bundesregierung aufgefordert wird, auf einen fairen internationalen Wettbewerb hinzuwirken. Offenbar wird damit auf die Entscheidung der USA angespielt, chinesische Solarmodule mit Strafzöllen wegen illegaler Subventionen zu belegen. Ob die diesbezüglichen Anmerkungen des BSW-Solar als eine Forderung nach vergleichbaren Maßnahmen zu verstehen sind, bleibt unklar. Möglicherweise wird damit auch lediglich auf Stimmen aus den Regierungsfraktionen reagiert, die deutschen Modulhersteller hätten den Wettbewerb gegen Asien verloren und es sei sinnlos, dagegen ansubventionieren zu wollen.

Positive Aspekte in den Prognosen

Erkennbar ist der BSW-Solar darum bemüht, eine weitere Förderung der Branche erfolgversprechend erscheinen zu lassen. Zunächst wird darauf hingewiesen, dass die Solarbranche nicht nur aus Herstellern von Photovoltaik Modulen besteht, sondern auch aus zahlreichen hoch spezialisierten Zulieferern. Diese nehmen auf dem Weltmarkt nach wie vor führende Positionen ein. Betont wird auch, dass Deutschland über eine weltweit einmalige Forschungslandschaft im Bereich Photovoltaik verfügt. Mehr als 50 Universitäten und Forschungsinstitute sind auf diesem Gebiet tätig. Und selbst für die arg gebeutelten Modulhersteller wurden nach langem Suchen noch positive Nachrichten gefunden: Die weltweite Nachfrage steigt und die asiatische Konkurrenz muss mit höheren Transportkosten nach Europa rechnen. Nicht erwähnt wird, dass die weltweiten Produktionskapazitäten erheblich schneller als die Nachfrage steigen. Eher Grund zu leichtem Optimismus bieten die steigenden Ölpreise, die Transporte aus China tatsächlich erheblich verteuern könnten. Und vielleicht auch eine - vom BSW-Solar nicht erwähnte - Studie der Boston Consulting Group: Der Stundenlohn chinesischer Facharbeiter ist in den letzten zehn Jahren von 58 US-Cent auf drei Dollar gestiegen und wird sich bis 2015 nochmals verdoppeln.

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