Solarenergie-Nutzung in Deutschland wird attraktiver

Die Interessenverbände der deutschen Solarbranche haben es angesichts ständiger gesetzlicher Neuregelungen der Solarförderung nicht leicht. Vor jedem geplanten Kürzungsschritt müssen sie medienwirksam darauf hinweisen, dass die geplanten Einschränkungen die Photovoltaik unrentabel machen werden und damit das endgültige Aus für zahlreiche Betriebe der Branche nach sich ziehen werden. Nachdem die Kürzungen dann doch vorgenommen wurden gilt es, die Verbraucher davon zu überzeugen, dass die Photovoltaik selbstverständlich nach wie vor rentabel und attraktiv ist. Dabei begeben sie sich ständig auf einen schmalen Grat, weil sie nachträglich die Argumente der Befürworter der Kürzungen bestätigen.

Geringere Kosten, höhere Wirkungsgrade

In einer aktuellen Pressemeldung weist der BSW-Solar darauf hin, dass der Wirkungsgrad der Solaranlagen infolge technischer Verbesserungen ständig steigt. Um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte ist der Wirkungsgrad der Solarmodule in den letzten Jahren gestiegen, weswegen ein Wirkungsgrad jenseits der 20 Prozent heute auch bei kommerziellen Produkten der Regelfall ist. Noch vor wenigen Jahren wurden solche Werte nur in Laborversuchen erreicht. Aufgrund des intensiven Wettbewerbs haben diese Qualitätsfortschritte keine entsprechenden Preissteigerungen nach sich gezogen. Lediglich der massive Preisverfall der Vergangenheit wurde gestoppt, seit die USA und die EU erste Maßnahmen gegen Dumping-Importe aus dem asiatischen Raum eingeleitet haben. Weitere Steigerung des Wirkungsgrads von Solarmodulen sind in den nächsten Jahren nicht nur möglich, sondern sogar sehr wahrscheinlich. Selbst die aus physikalischen Gründen bislang als unüberwindbar geltende Hürde von rund 30 Prozent scheint nicht mehr unüberwindlich zu sein. Es wurden Wege entdeckt, mithilfe der Nanotechnologie die internen Verlustmechanismen in Solarzellen zu minimieren. Kurzfristig sind jedoch die Fortschritte der Speichertechnologie deutlich wichtiger für die Rentabilität einer Solaranlage. Die Strompreise steigen, die Einspeisevergütung sinkt. Eine durch Eigenverbrauch eingesparte Kilowattstunde ist daher deutlich lukrativer als eine ins Stromnetz eingespeiste.

Höhere Einstrahlung

Zur gestiegenen Rentabilität der Photovoltaik trägt auch bei, dass die Sonneneinstrahlung in Deutschland in den letzten Jahren um rund fünf Prozent über dem langjährigen Mittel lag. Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme hat angekündigt, seine Ertragsprognosen für Solaranlagen dementsprechend nach oben zu korrigieren. Dieser Schritt könnte sich jedoch als voreilig erweisen. Als wichtigster Grund für die Zunahme der Einstrahlung gilt derzeit die Abnahme der Konzentration so genannter Aerosole in der Atmosphäre, die das Sonnenlicht teilweise absorbieren. Zur Bildung dieser Aerosole trägt Schwefeldioxid maßgeblich bei. Seit den 50er Jahren bis etwa 1985 stieg die weltweite Emission von Schwefeldioxid kontinuierlich an, die Sonneneinstrahlung sank dementsprechend („Global Dimming“). Von 1985 bis Anfang der 2000er Jahre sanken die Emissionen infolge verbesserter Maßnahmen zur Luftreinhaltung in den Industrieländern, die Sonneneinstrahlung stieg damit an („Global Brightening“). Inzwischen hat sich der Trend infolge der Industrialisierung der Schwellenländer erneut umgekehrt, aktuell sinkt die Einstrahlung wieder.

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