Preise für Solarmodule seit 2009 erstmals wieder gestiegen

Seit langer Zeit sind die Preise für Solarmodule in der EU im März erstmals wieder gestiegen. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen IHS ermittelte einen durchschnittlichen Preisanstieg um vier Prozent.

Weltweite Nachfrage steigt

Die Nachfrage nach Photovoltaikmodulen steigt weltweit, insbesondere in Asien boomt die Photovoltaik seit einigen Jahren. Indien hat einige große Förderprogramme zur Elektrifizierung ländlicher Regionen aufgelegt, in Japan führte die Katastrophe in Fukushima zu einem Umdenken. Dadurch wird der Rückgang der Nachfrage in der EU kompensiert. Bereits 2012 sank die neu installierte Leistung in fast allen großen europäischen Staaten, die einzige Ausnahme war Deutschland. In diesem Jahr zeichnet sich auch in Deutschland ein Rückgang des Zubaus ab. Statt der 7,5 Gigawatt der letzten Jahre wird 2013 ein Zubau von etwa 4,5 Gigawatt prognostiziert. Dass diese sinkende Nachfrage in der EU nicht zu weiter fallenden Preisen führt, liegt jedoch nicht ausschließlich an der steigenden Nachfrage in anderen Weltregionen.

Europäische Ursachen des Preisanstiegs

An erster Stelle ist sicherlich das von der EU betriebene Anti-Dumpingverfahren gegen chinesische Hersteller zu nennen. Wenngleich eine endgültige Entscheidung über mögliche Strafzölle und gegebenenfalls deren Höhe noch aussteht, führt bereits die formelle Eröffnung des Verfahrens zu Preisanstiegen bei Importen aus China. Etwaige Strafzölle werden rückwirkend ab dem Datum der Eröffnung des Verfahrens verhängt werden, weswegen Importe bereits heute zumindest ein zusätzliches Kostenrisiko bergen. Importeure müssen das in den Endkundenpreisen berücksichtigen, zumal für die möglicherweise später nachzuzahlenden Zölle beim Import Sicherheiten hinterlegt werden müssen. Ein weiterer Grund für den Preisanstieg liegt in den zahlreichen Insolvenzen in der Solarbranche. Insbesondere in Deutschland mussten zahlreiche große Unternehmen in den letzten Jahren aufgeben, allen voran der ehemalige Weltmarktführer Q-Cells. Aber auch in China findet mittlerweile eine Bereinigung des Marktes statt. Dort klingt das ein wenig freundlicher, von Insolvenzen ist nicht die Rede. Stattdessen heißt es offiziell, die Regierung ermuntere die Unternehmen zu Fusionen. In der Praxis bedeutet auch das, dass viele der in den letzten Jahren aufgetauchten kleinen Anbieter wieder vom Markt verschwinden.

Manchmal sind steigende Preise auch eine gute Nachricht

Der Preisanstieg für Solarmodule ist keine schlechte Nachricht. Lange Zeit waren Italien und Deutschland die weltweit mit Abstand größten Märkte, weil die Photovoltaik intensiv gefördert wurde. Chinesische Anbieter kämpften mit Dumpingpreisen um diese beiden Märkte. Das hat sich geändert. Photovoltaikanlagen werden weltweit nachgefragt. Sie gelten auch in Asien, Afrika und Südamerika nicht mehr als kostspieliges Hobby belächelter Ökospinner in Europa.