Planung des zukünftigen Netzausbaus - Erheblicher Photovoltaik Zubau

Die Übertragungsnetzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, jährlich einen aktualisierten Netzausbauplan vorzulegen, der durch die Bundesnetzagentur zu genehmigen ist. Dabei werden zwei Planungen vorgenommen, die sich auf einen Zeitraum von 10 beziehungsweise 20 Jahren beziehen. Die Erstellung eines Netzausbauplans erfolgt in zwei Schritten. Zunächst wird ein Szenariorahmen erstellt, der unterschiedliche Annahmen hinsichtlich der künftigen Stromproduktion und des künftigen Stromverbrauchs berücksichtigt. Der auf diesen Szenarien basierende Netzausbauplan wird ein Jahr später erstellt. Aktuell wurde der Szenariorahmen veröffentlicht, der dem Netzausbauplan 2013 zugrunde liegen wird. Dieser Netzausbauplan wird schließlich der Bundesregierung als Grundlage für den alle drei Jahre zu erstellenden Bundesbedarfsplan dienen.

Kernenergie: Null!

In allen Szenarien gehen die Übertragungsnetzbetreiber davon aus, dass der Ausstieg aus der Kernenergie tatsächlich unumkehrbar ist. Im Jahr 2011 trug die Kernenergie noch 12,1 Gigawatt zur Stromversorgung bei. Alle Planungsszenarien gehend davon aus, das bereits 2023 kein Kernkraftwerk mehr am Netz sein wird.

Weiteres Wachstum der Photovoltaik und anderer regenerativer Energien

Im Vergleich zum Vorjahr wurde in den aktuellen Szenarien die Novellierung des EEG berücksichtigt. Dennoch gehen sämtliche Szenarien auch nach dem geplanten Auslaufen der Förderung der Photovoltaik von einem erheblichen Zubau aus, da weiterhin sinkende Modulpreise angenommen werden. Für das Jahr 2023 gehen die unterschiedlichen Szenarien von einer Gesamtleistung der Photovoltaik zwischen 51,8 und 61,1 Gigawatt aus, für das Jahr 2033 werden 72,1 Gigawatt angenommen. Mit deutlich mehr Unsicherheit sind die Prognosen für den Ausbau der Windenergie an Land behaftet. Die angenommenen Werte für 2023 liegen zwischen 45,9 und 84,5 Gigawatt. Hinzu kommen Beiträge der offshore Windkraftwerke, deren prognostizierte Leistung 2023 zwischen 9,8 und 17,8 Gigawatt liegt. Die Beiträge sonstiger regenerativer Energien werden als vergleichsweise gering eingeschätzt.

Stromverbrauch allenfalls moderat steigend

Der künftige Stromverbrauch wurde bereits in dem Szenariorahmen des Vorjahres als ungefähr konstant eingeschätzt, der letztlich von der Bundesnetzagentur genehmigten Szenariorahmen unterstellte eine Stagnation auf dem Niveau von 2010. An dieser Annahme wird unverändert festgehalten. Studien, die einen sinkenden Stromverbrauch prognostizieren, stuft die Netzagentur schlicht als politisch motiviert ein. Schon ein gleich bleibender Verbrauch sei aufgrund des zu erwartenden Wirtschaftswachstums ein ambitioniertes Ziel.

Um Stellungnahme wird gebeten

Die vollständigen Szenarien, die der Bundesnetzagentur jetzt zur Genehmigung vorliegen, sind unter www.netzausbau.de veröffentlicht. Diese Veröffentlichung soll der Öffentlichkeit Gelegenheit zu Stellungnahmen bieten, die bei der endgültigen Genehmigung des Szenariorahmens berücksichtigt werden sollen.