Photovoltaikmaschinenbau in Deutschland: Trotz Rückgängen optimistisch

Den deutschen Ausrüstern von Modulherstellern geht es seit Jahren deutlich besser als den deutschen Modulherstellern selbst. Der Grund dafür ist relativ einfach. Die Herstellung von Photovoltaikmodulen ist mittlerweile zu einem Standardverfahren geworden, das auch in Niedriglohnländern durchgeführt werden kann. Die Entwicklung neuer Produktionsverfahren bleibt hingegen eine Aufgabe, die sehr viel Ingenieurwissen erfordert. Dies umso mehr, da die Solarmodule selbst sich seit Jahren eher im Schneckentempo weiter entwickeln, signifikante Innovationen oder Qualitätssprünge waren in letzter Zeit nicht zu verzeichnen.

Zwar wurden bisweilen neue Rekordwirkungsgrade vermeldet, aber dabei handelte es sich um relativ kleine Fortschritte in dem einen oder anderen Detail. Der Wettbewerb wird im Wesentlichen über den Preis ausgetragen, weswegen effizientere Produktionsverfahren von großer Bedeutung sind. Auf diesem Gebiet lässt sich mit „Made in Germany“ noch weltweit punkten, während deutsche Solarmodule oft schlicht als teuer wahrgenommen werden.

Optimismus trotz dramatischer Umsatzrückgänge

Der Umsatz der deutschen Maschinenbauer im Bereich Photovoltaik ist 2012 gegenüber dem Vorjahr um etwa die Hälfte zurückgegangen. Wichtigste Ursache dafür waren die weltweiten Überkapazitäten der Modulhersteller und der damit verbundene massive Einbruch der Modulpreise. Auch die Unsicherheiten aufgrund einiger Handelsstreitigkeiten hemmten die Investitionsbereitschaft der Modulhersteller. Die USA haben bereist Strafzölle gegen chinesische Hersteller verhängt, die EU wird voraussichtlich bald nachziehen, wenn es nach dem Willen der EU-Kommission geht. Das kann für den deutschen Maschinenbau in dieser Branche nicht gänzlich ohne Folgen bleiben, immerhin 70 Prozent des Umsatzes werden in Asien erzielt. Wer nun erwartet hat, dass die Branche einen Verzicht auf Strafzölle fordert und mit dem Verlust unzähliger Arbeitsplätze droht, sieht sich erfreulicherweise getäuscht. Man hat erkannt, dass die verschärfte Wettbewerbssituation auf dem Weltmarkt die Photovoltaik Hersteller zu weiteren Modernisierungen des Produktionsprozesses zwingen wird und ist überzeugt, im Rennen um diese Aufträge ganz vorne mit dabei zu sein. Wann hat es das zuletzt gegeben? Eine Branche meldet Umsatzrückgänge um 50 Prozent und erhebt keine Vorwürfe gegen die Politik, fordert keine neuen Subventionen und droht nicht mit dem Abbau von Arbeitsplätzen!

Perspektiven

Für den auf den ersten Blick erstaunlichen Optimismus der Branche gibt es gute Gründe. Dem Rückgang der Modulnachfrage in Europa stehen weltweit zahlreiche Länder gegenüber, die verstärkt auf die Photovoltaik setzen. Einige reichere Länder möchten große Teile der Wertschöpfungskette im eigenen Land halten und selbst in die Herstellung der Module einsteigen. Die deutschen Ausrüster erzielen 85 Prozent ihres Umsatzes im Ausland, ihr Weltmarktanteil liegt über 50 Prozent. Beste Aussichten also, langfristig am weltweiten Ausbau der Solarenergie zu partizipieren!