Photovoltaikanlagen mit zu wenig Leistung: Was kann man dagegen tun?

Ungefähr jede achte Photovoltaikanlage in Deutschland arbeitet deutlich unter ihrem Leistungsmaximum. Kleine Anlagen bis zehn Kilowatt und Großanlagen sind besonders davon betroffen, relativ besser sieht die Lage im mittleren Leistungssegment aus. Wenngleich die Ursachen der Minderleistung vielfältig sein können, ist der erste Schritt zur Lösung nahezu immer derselbe: Die Leistung regelmäßig beobachten.

Der eine oder andere Monat mit geringem Stromertrag kann wetterbedingt durchaus vorkommen, aber eine über einen längeren Zeitraum kontinuierlich abnehmende Leistung sollte als Hinweis auf ein Problem gewertet werden.

Schattenwurf als häufigste Ursache

Die Umgebung der Anlage sollte im Auge behalten werden. Bäume und Sträucher wachsen, vielleicht kommt es auch zu baulichen Änderungen. Auch ein relativ kleiner Schatten kann die Leistung der Anlage deutlich reduzieren, der prozentuale Leistungsabfall ist in solchen Fällen deutlich höher als der prozentuale Anteil der betroffenen Fläche der Module. An der Stelle des Schattenwurfes weist das Modul einen hohen elektrischen Widerstand auf, was sich auf die gesamte Anlage auswirkt. Die integrierten Mechanismen zur Überbrückung solcher so genannten Hotspots kompensieren diesen Effekt teilweise, ihre Wirksamkeit ist jedoch längst nicht bei allen Anlagen gleich hoch.

Schäden an den Modulen

Schäden können sowohl an der Oberfläche als auch an den Wafern auftreten. Ein Riss im Wafer wirkt sich ähnlich aus wie ein konzentrierter Schattenwurf. Der elektrische Widerstand nimmt erheblich zu, es kommt zu einer lokalen Hitzeentwicklung. Auch eine Beschädigung oder starke lokale Verschmutzung der Oberfläche hat diese Folgen. Kommt es zu unerklärlichen Leistungseinbußen, können die Module mittels einer Infrarotaufnahme auf solche Schäden untersucht werden.

Verkabelung und Wechselrichter

Eine schlechte Leistung der Photovoltaikanlage muss nicht zwingend mit den Modulen zusammenhängen. Der Wirkungsgrad der Gesamtanlage wird entscheidend vom Wechselrichter beeinflusst. Selbst wenn keine Schäden vorliegen, weisen Wechselrichter erhebliche Qualitätsunterschiede auf. Auch die Verkabelung kann die Anlage ausbremsen. Brüchige oder minderwertige Kabel können dazu ebenso beitragen wie schlechte Steckkontakte. Die Gesamtverkabelung kann auf einfache Weise geprüft werden. Derartige Schäden beeinflussen nicht nur die Stromausbeute, sondern bergen erhebliche Brandgefahren, wenn es zu starken Erhitzungen kommt oder sich sogar Funkenstrecken bilden.

Geringe Leistungseinbußen sind normal

Photovoltaik Module altern und büßen dabei an Leistungsfähigkeit ein. Oft gewähren Hersteller eine freiwillige Garantie, dass die Module nach 20 Jahren noch 80 Prozent ihrer Anfangsleistung erbringen. Höhere Leistungseinbußen können also auch lange nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungspflicht noch einen Garantiefall darstellen, wenn sie auf Modulfehler zurückzuführen sind.