Photovoltaik Zubau liegt im Oktober bei mehr als 611 Megawatt

Die Bundesnetzagentur hat die Zubauzahlen der Photovoltaik für Oktober 2012 veröffentlicht. Demnach wurden allein im Oktober 611,856 MWp Leistung neu installiert, die sich auf rund 19.000 Anlagen verteilten. In den ersten zehn Monaten des Jahres wurden damit mehr als 6,8 Gigawatt zugebaut. Damit wird der gesamte Zubau in diesem Jahr vermutlich wieder zwischen sieben und acht Gigawatt liegen, womit die angestrebte Zielmarke um etwa das Doppelte übertroffen wird.

Förderstopp für Großanlagen zeigt Wirkung

Seit Anfang Oktober ist die Förderung für Großanlagen mit einer Leistung von mehr als zehn Gigawatt ausgelaufen. Dementsprechend brach der Zubau in diesem Segment fast vollständig ein, lediglich vier Anlagen eines Großprojekts gingen noch ans Netz. Das ist nicht ungewöhnlich, unmittelbar nach einem großen Kürzungsschritt ist stets ein deutlicher Einbruch zu verzeichnen, weil geplante Neuinstallationen vorgezogen wurden. Der vollständige Stopp der Förderung scheint aber auch längerfristig zu wirken, jedenfalls ist gegenwärtig die Nachfrage in diesem Segment zum Erliegen gekommen.

Altmaier sieht Erfolge der Kürzungen

Dass der Zubau im Jahr 2012 nicht merklich verringert werden konnte, ist nach Ansicht des Bundesumweltministers allein auf kurzfristige Vorzieheffekte zurückzuführen. Das ist sicherlich richtig, aber für sich genommen nicht allzu aussagekräftig. Die Einspeisevergütung unterlag seit der Einführung des EEG einer ständigen Degression, jede Anlage wurde daher kurz vor einem anstehenden Kürzungsschritt installiert. Konkret spricht Altmaier von der Schlussrallye bei den großen Freiflächenanlagen im September, also kurz vor dem endgültigen Aus der Förderung. Die gab es in der Tat, allein im September betrug der gesamte Zubau knapp ein Gigawatt. Das zeigt allerdings auch, dass diese Schlussrallye nur etwa 300 bis 400 Megawatt zum Jahreszubau beitrug. Auch ohne diesen Effekt wäre daher die Grenze von sieben Gigawatt vermutlich erneut übertroffen worden. Dennoch ist Altmaier überzeugt, dass der Zubau im kommenden Jahr um etwa 50 Prozent sinken wird.

Prognose der Netzbetreiber

Die mittelfristige Prognose der Netzbetreiber lässt sich so zusammenfassen: Bis zum Auslaufen der Förderung der Photovoltaik beim Erreichen der Fördergrenze von 52 Gigawatt setzt sich der Ausbau nahezu ungebremst fort, danach bricht er ein. Die Netzbetreiber gehen davon aus, dass die Grenze von 52 Gigawatt aufgrund des weiterhin starken Zubaus 2015 erreicht wird. Anschließend werden bis 2017 nur noch insgesamt 2,8 Gigawatt zugebaut. Das wird die Branche nicht gerne hören. Besser gefallen wird ihr die Auskunft der Netzbetreiber, dass die weitere Förderung der Photovoltaik bis zur Zubaugrenze keinen nennenswerten Einfluss auf die Entwicklung der EEG-Umlage haben wird.